Montag, 01. August 05

Zur Verlegung der Sinsheimer Messen nach Stuttgart

Von was f�r Politikern wird dieses Land eigentlich regiert?

 

Die aktuelle Berichterstattung zur geplanten Verlegung der Sinsheimer “Schall-
Messen” in die neue Stuttgarter Messe best�tigt, da� es f�r dieses Gro�projekt
auf den Fildern nie einen echten Bedarf gab! Die neuen, gro�en Messeveranstal-
tungen die zur Begr�ndung f�r die riesige Investition, vollmundig in Aussicht
gestellt wurden, waren aus der Luft gegriffen, es gibt sie nicht. Vielmehr
sind alle Messepl�tze, weltweit, heute schon zufrieden, wenn sich der bisheri-
ge Abw�rtstrend beruhigt und der Bedarf wenigstens stagniert. In dieser neuen
Messe w�rde nichts Anderes stattfinden als was bisher auch schon an den vor-
handenen Messeorten in B/W existiert.

 

Und daf�r diese riesige Investition, von weit mehr als den bisher verharmlo-
send genannten 806 Millionen Euro. Diese Zahl stimmt allein deshalb schon lan-
ge nicht mehr, weil der Bau der beiden Parkh�user �ber der Autobahn sowie das
Verwaltungsgeb�ude, die urspr�nglich darin enthalten waren, mitlerweile dem
Flughafen �bertragen wurden. Die Kostensteigerungen auf Grund der, inzwischen
am Weltmarkt eingetretenen, Erh�hungen bei Stahl und Roh�l fehlen in dem Be-
trag ebenfalls noch.

 

Gleichzeitig sind aber alle �ffentlichen Haushalte schon jetzt v�llig �berschuldet. Selbst elementare Aufgaben k�nnen nicht mehr erf�llt werden und die Verschuldung steigt in immer schwindelndere H�hen. Wann werden endlich die Kommunen in der Region, die diese Messe mitfinanzieren sollen, die meisten ohne einen Nutzen davon zu haben, aufwachen und weitere Zahlungen verweigern? Wie wollen diese es weiterhin gegen�ber ihren B�rgern verantworten, wichtige kommunlae Aufgaben zu k�rzen oder gar zu streichen und andererseits immense Beitr�ge daf�r aufzubringen, da� die Stadt Stuttgart ihre Messe vom Killesberg auf die Filder verlegt. Einen anderen plausiblen Grund f�r dieses reine Prestigeprojekt gibt es nicht.

 

Bei der Akteneinsicht der Landtagsaussch�sse �ber die Verhandlungen mit der
Firma Schall hat sich offenbar best�tigt, da� die gesamte Landesregierung,
auch der damalige Ministerpr�sident Teufel, von Anfang an zumindest informiert
und m�glicherweise sogar treibende Kraft war. Nur der seinerzeitige Fraktionsf�hrer der die Landesregierung tragenen CDU stellt sich heute ahnungslos! Das hei�t auch, da� allen diesen Politikern schon beim sogenannten Spatenstich f�r die Fildermesse bekannt war, da� es einen echten Bedarf daf�r nicht gibt. Offensichtlich ist der Interessenfilz so dicht, da� keiner mehr in der Lage war, den Wahnsinn zu stop-
pen. Die gleichen Politiker werden andererseits nicht m�de zu beteuern, da�
sie bestrebt seien, Schulden abzubauen. Wen wunderts da noch, da� kein B�rger
einem Politiker, egal welcher Partei, noch irgend etwas glaubt! Verantwortungsvolle Politik sieht anders aus!

 

Noch immer w�re mit einem sofortigen Baustop und einer Anpassung der Killes-
bergmesse an den tats�chlichen Bedarf, trotz allf�lliger Schadensersatzanspr�-
che der Bauunternehmen, viel Geld zu sparen. Es sollte dann neu nachgedacht
werden, wie die Fl�chen auf den Fildern, nachdem sie f�r eine landwirschaftli-
che Nutzung inzwischen zerst�rt sind, anderweitig sinnvoll genutzt werden k�n-
nen. Der Stuttgarter OB Schuster steckt dazu bekanntlich voller Ideen.

 

Wird die Fildermesse aber fertig gebaut, w�rde sie f�r immer ein riesiger Ver-
lustbringer und Steuergrab sein. Was offenbar vielen Leuten nicht bekannt ist:
weil letztlich Enteignungen von Grundst�cksbesitzern aufgrund des Landesmesse-
gesetzes vorgenommen wurden, gilt was darin festgelegt ist, n�mlich da� nur
Messen und Kongresse abgehalten werden k�nnen, nicht aber anderweitige, kom-
merzielle Veranstaltungen. Ohne solche aber w�re, nach eigenem Bekunden der
Stuttgarter Messegesellschaft, das Projekt niemals wirtschaftlich zu betrei-
ben.

 

Eine Arbeitsgruppe des “Aktionsb�ndnis die Filder leben lassen” erarbeitet derzeit eine ausf�hrliche Dokumentation zu allen diesen Vorg�ngen, wie auch zu den geplanten weiteren Fl�chenversiegelungen auf den Fildern, die demn�chst hier ver�ffentlicht wird!

 

 

Von: Gabi Visintin

 

50 Jahre und kein bisschen leiser!