Montag, 15. November 04

STZ: "Die Filder leben lassen" - Schutzgemeinschaft ist aktiv


Quelle: Stuttgarter-Zeitung, 15.11.04

 

FILDERSTADT. Die Schutzgemeinschaft Filder kämpft weiter für die Verwirklichung des Mottos “Die Filder leben lassen”. Bei ihrer 16. Hauptversammlung haben die Mitglieder des Vereins ihre Ziele in einer so genannten Fildererklärung festgeschrieben.

Von Tanja Liebmann

Die Mitglieder der Schutzgemeinschaft Filder wollen sich weiter für den Erhalt der Filderflächen einsetzen. In einer Erklärung heißt es: “Auch wenn wir den Beginn des Messebaus nicht verhindern konnten, weil uns die Landesregierung mit unlauteren Mitteln den Weg zum Bundesverfassungsgericht abschnitt, war unser Widerstand gegen die Messe nicht umsonst.” Sehr vielen Menschen seien die Augen dafür geöffnet worden, “dass die Planungshoheit der Stadt sowie die Rechte der Grundstücksbesitzer auf Eigentum und der Wunsch der Bevölkerung nach mehr Ruhe und Lebensqualität plötzlich nichts mehr wert sind, wenn die Regierungspolitiker ihre Ziele durchsetzen wollen”. Als Interessenvertreter der Filder werde die Schutzgemeinschaft auch in Zukunft gegen die Messe-Enteignungen vorgehen und die Kläger unterstützen. Derzeit stünden die Enteignungsbeschlüsse des Regierungspräsidiums allerdings noch aus.

 

Nicht klaglos hinnehmen wollen die Vereinsmitglieder auch die geplante Flughafen-Westerweiterung, für die im nächsten Jahr das Planfeststellungsverfahren beginnt. Sollte der Ausbau kommen, verschlänge dies eine Fläche von 30 Hektar. Dabei handle es sich um Land, das einen der höchsten Bodenwerte in Deutschland aufweise, seit tausenden von Jahren landwirtschaftlich genutzt werde “und sehr fruchtbar ist”. 200 Hektar dieses fruchtbaren Landes seien in den 90er Jahren dem Ausbau der Flughafenstartbahn und der Autobahn zum Opfer gefallen. Die Messe samt ICE-Strecke und Verkehrswege entzögen den Filderbürgern nun weitere 150 Hektar. In ihrer Erklärung betonen die Mitglieder der Schutzgemeinschaft, dass in den vergangenen 50 Jahren die kontinuierliche Ausweisung von Industrie- und Wohngebieten zu einer “großzügigen Überbauung der Filder” geführt habe. Auch derzeit würden die Kommunen die Ausweisung von Gewerbegebieten “mit Blick auf die angeblichen Messeansiedlungsbedarfe” verstärkt vorantreiben. Lange Zeit hätten die Filder-Landwirte zwar auf andere Flächen ausweichen können. Nun gebe es aber keine Ausgleichsflächen mehr. Die Schutzgemeinschaft Filder fordert deshalb einen Planungsstopp auf den Fildern: So wie die Region eine Initiative für den Neckar ausgerufen habe, müsse es jetzt eine Regionalinitiative für ein Filderschutzgebiet geben, die die Grünräume für die Landwirtschaft festschreibe.

Von: Stuttgarter Zeitung

 

46 Jahre und kein bisschen leiser!