Donnerstag, 06. September 12

Landesmesse feiert zweifelhaften Erfolg zulasten des Messestandorts Sinsheim

Nicht alle haben Ihren Frieden gemacht - Im Artikel von Thomas Braun am 1.September in der Stuttgarter Zeitung wird im Rahmen des 5-jährigen Jubiläums der neuen Messe auf den Fildern auf den langen Kampf um die Filderböden vor dem Messebau zurückgeblickt.

Rolf Keck-Michaeli, einer der aktiven Mitstreiter und entschiedener Gegner der Fildermesse schreibt einen Leserbrief an die Stuttgarter Zeitung: 

Wie könnten wir Filderbewohner jubeln, aufgrund der schönen neuen Messewelt auf den Fildern.... Können wir doch nun mit dem Fahrrad direkt vor die Tür der riesigen Messehallen fahren und uns die masslos überteuerten Parkplätze im Vorzeigeparkhaus der Region über der Autobahn sparen oder auch die mühsame Anfahrt quer durch die City zum Killesberg.

Doch ganz so einfach ist die komplexe moderne Welt nicht: Die geschönten Zahlen der Messemacher vergessen bewusst einen wichtigen Aspekt, der die Messe vor einem völligen finanziellen Disaster gerettet hat: Dem auch zum Ländle gehörenden Messestandort Sinsheim, in dessen Aufbau jahrelang viele Millionen Steuergelder geflossen sind, wurde durch die bis heute undurchsichtige Verlagerung aller dortigen großen Fachmessen auf die Filder, die dem privaten Messeunternehmer Schall gehören, der Garaus gemacht. Unter Berücksichtigung dieser teuren Transaktion, die nur die Kassen der Firma Schall füllte und immer noch füllt, ist unterm Strich der Bau der viel gepriesene "Landesmesse" ein reines Prestigeprojekt, das nun durch Weglassen dieser wichtigen Fakten sowie weiterer Finanztricks geschönt dargestellt wird. Der Landesrechnungshof und Herr Siegel haben völlig recht. Und wer behauptet, dass das Verkehrschaos ausgeblieben ist, dem kann ich nur empfehlen, morgens in der Hauptverkehrszeit die B27 oder die A8 am Echterdinger Ei oder von Böblingen kommend an einem Messetag zu benutzen!

Von: Rolf Keck-Michaeli

 

50 Jahre und kein bisschen leiser!