Freitag, 31. März 06

Jetzt Reicht’s !

Die Filder leben lassen hei�t Mensch und Natur leben lassen !

Wir sehen mit Sorge, wie Politik und Wirtschaft die Region Stuttgart zum Ballungsraum deklarieren,
in welchem die Erfordernisse der Wirtschaft einen h�heren Stellenwert haben als die elementaren
Lebensbed�rfnisse der Menschen.
Wir geplagten Filderbewohner haben schon zu viele �Opfer f�r die Allgemeinheit� gebracht und
haben schon zuviel verloren an fruchtbarem Boden, Lebensraum f�r Menschen, Pflanzen und Tiere,
gesunder Atemluft, Ruhe und Erholungsraum. Noch mehr k�nnen wir nicht verkraften!
Was jetzt noch �brig ist, m�ssen wir endlich bewahren f�r uns, unsere Kinder und deren Nachkommen.
Auch die Menschen in einem wirtschaftlichen Ballungsraum haben das Recht
auf ein Leben in k�rperlicher Unversehrtheit!

Auch sind wir nicht mehr bereit, f�r Prestigeobjekte unserer Politiker immer noch mehr �ffentliche
Verschuldung hinzunehmen (Verschwendung unserer Steuergelder)
Wir fordern die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft auf:
- endlich die Grenzen des Wachstums zu akzeptieren
- endlich den regionalen und kommunalen Fl�chenfra� zu stoppen
- endlich die Schadstoff- und L�rmbelastung zur verringern und nicht nur zu messen
und endlich das Argument von neuen Arbeitspl�tze zu hinterfragen, mit dem weitere
Belastungen f�r uns stets begr�ndet werden.
Wir rufen SIE, liebe Mitmenschen, auf, sich aktiv am Schutz unseres unverzichtbaren Wohn-und
Lebensraumes zu beteiligen. Der Aufstand der Menschen in Whyl (1975 gegen geplantes Atomkraftwerk)
lehrt uns, da� Widerstand gegen falsche Politik erfolgreich ist, wenn gen�gend Menschen
zusammenstehen.

Hier einige der Fakten, die unseren umseitigen Forderungen zugrunde liegen:
L�rm ist erwiesenerma�en urs�chlich f�r Stress sowie f�r Herz-und Kreislauferkrankungen. Ebenso
f�hren Schadstoffe aller Art, besonders aber die neuerdings in den Vordergrund getretene Konzentration
von Feinstaub zu Krankheiten(s. Bericht der Filderzeitung vom 09.03.2006). Es handelt sich
dabei nicht nur um �Schnupfen� , sondern um Krankheiten mit einer hohen Sterblichkeit.
Und weil unser Lebensraum �Filder� mit diesen krankmachenden Faktoren bereits
in hohem Ma�e �gesegnet� ist, wehren wir uns gegen eine weitere Zunahme. Manche Leute sprechen dabei
zwar von �besonderer Standortgunst�, wir sehen darin aber auch die �besonderen Belastungen�.
Hier steht an erster Stelle der Flughafen. Neben dem Fl�chenverbrauch ist es die L�rmbel�stigung, aber auch
die speziellen Schadstoffe, die Flugzeuge aussto�en, und ebenso der zus�tzliche
Fahrzeugverkehr durch die an- und abreisenden Passagiere.
Deshalb wehren wir uns gegen die st�ndigen Aktivit�ten des Flughafens, durch seine Gesch�ftspolitik die Passagierzahlen
immer weiter in die H�he zu treiben und damit dann wieder die Notwendigkeit f�r einen weiteren
Ausbau zu begr�nden. Da das Land Baden-W�rttemberg, vertreten durch die Landesregierung, Hauptgesellschafter
beim Flughafen ist, ist diese auch direkt f�r dessen Gesch�ftspolitik verantwortlich und nicht etwa der
Gesch�ftsf�hrer, er ist letzlich nur weisungsgebundener Angestellter.
Was sollen also die st�ndigen Dementis unserer Politiker, da� ein weiterer Flughafenausbau und
eine zweite Startbahn kein Thema seien, wenn gleichzeitig der Flughafendirektor unverdrossen
weiter seine Ausbaupl�ne verk�ndet!
Sollen wir die Wahrheit erst nach der Landtagswahl erfahren?
Schon w�hrend der Planung des Flughafenausbaus in den 80er Jahren wurden Gutachten erstellt, die
zeigten, dass f�r die Filderebene die Belastungsgrenze erreicht ist. Dennoch wurden damals
weitere 200 Hektar f�r Flughafen und Autobahnverlegung versiegelt. Im Planfeststellungsbeschluss
f�r den Ausbau des Flughafens (Oktober 1987) stand dann wieder, dass die Belastungen durch den
Ausbau geradeso noch nicht �berschritten sind.
Und dann immer wieder das �Totschlag-Argument� von der �Jobmaschine� Flughafen, welches aber
verschleiert, wie, qua �outsourcing�, durch die �Atomisierung� von ehemals sozialversicherungspflichtigen
Vollzeitjobs in viele Minijobs, phantastisch klingende Arbeitsplatzzahlen produziert werden.
Bei der neuen Landesmesse wird es nicht anders sein.
Im Filderraum haben wir eine Arbeitslosenquote von ca. 4%, gegen�ber 11% Bundesdurchschnitt.
Nach allgemeiner Sprachregelung entsprechen 4% Arbeitslose nahezu Vollbesch�ftigung. Und wir
haben etwa zweimal soviele Arbeitseinpendler wie -auspendler. Das hei�t also, Arbeitslosigkeit
ist hier auf den Fildern nicht unser gr��tes Problem, sondern es ist die Summe an Belastungen,
welche f�r die Menschen in diesem Ballungsraum schon jetzt zu gro� geworden ist!
Weitere, erhebliche Belastungen werden die kommenden Messeveranstaltungen f�r die Filder bringen.
Ebenso bedrohlich ist die geplante ICE-Trasse, wenn ICE-Z�ge mitten durch bewohnte Gebiete
donnern, und mit einem �Filderbahnhof�, der ebenfalls zus�tzlichen Kfz-Verkehr bringt.
Trotz alledem gibt es noch immer Politiker, die einer noch weitergehenden Verdichtung und damit
Belastung unseres Lebensraumes Filder das Wort reden, und das als �besondere Standortgunst� bezeichnen.
Gerade auch im derzeitigen Landtagswahlkampf wieder.
Alles dies bedeutet das Zubetonieren von immer mehr Boden und damit auch weiteren Verlust von Ackerland.
Andererseits aber steigt der Wunsch in der Bev�lkerung, angesichts der st�ndigen Lebensmittelskandale,
wieder verst�rkt regionale Produkte kaufen zu k�nnen, also neue Chancen f�r unsere Landwirtschaft! Es bedeutet
aber auch den Verlust von Lebens- und Erholungsraum f�r Menschen , Tiere und unserer charakteristischen
Filderlandschaft. Es bedeutet ferner immer st�rkere Klimasch�den.
Kann man alles das noch als Fortschritt bezeichnen? Vor allem aber, kann man es als unvermeidbaren
Preis f�r Wachstum akzeptieren?
Es gibt inzwischen eine Erkenntnis die sagt: �Global players make local loosers�.
Nur wer mitspricht und mitgestaltet, kann verhindern zu den letzteren zu geh�ren !

 

 

 

 

Von: Gabi Visintin

 

50 Jahre und kein bisschen leiser!