Sonntag, 14. März 10

Der Flughafen hat jedes Maß verloren

Die Flugbewegungszahlen des Flughafens sind seit 2008 massiv rückläufig und dennoch werden jetzt Forderungen nach Ausweitungen erhoben, die jedes Maß sprengen, so die Schutzgemeinschaft Filder zu jüngsten Äußerungen des Flughafenchefs Georg Fundel.
Steffen Siegel, Vorsitzender der SG Filder: „Es war fast zu erwarten, kaum gibt es einen neuen Ministerpräsidenten, schon geht das alte Spiel wieder von Vorne los. Bei Oettinger war es die zweite Startbahn, mit der  Flughafenchef Georg Fundel  vorerst scheiterte, jetzt will er den neuen  Ministerpräsidenten Mappus dazu bringen, seine Wachstumspläne umzusetzen.“
Georg Fundel spricht nebulös von Erweiterungen, von Interkontinentalflügen, davon dass es morgens und abends schon dicht sei am Flughafen, was laut SG Filder derzeit „völliger Unsinn“ ist. Fundel wolle zum Beispiel Direktflüge nach Dubai, gleichzeitig plant er eine Westerweiterung, die Stadt Leinfelden-Echterdingen will ein gigantisches interkommunales Gewerbegebiet Ost und jetzt wird auch noch davon geredet, den Stuttgarter Busbahnhof auf die Fildern zum Flughafen zu bringen.
Die Schutzgemeinschaft Filder fragt:
- was meint Fundel mit „Erweiterung des Flughafens“, ist das die Neuauflage der Diskussion um eine zweite Startbahn?
- bedeutet Interkontinentalflüge, dass die bestehende Start- und Landebahn verlängert werden soll, so wie es Herr Fundel  schon einmal vor 10 Jahren forderte?
- Erhöht eine Westerweiterung nicht den Druck, morgens schon vor 6 Uhr zu starten?
- Bedeutet die Bemerkung Fundels, dass die „Start- und Landebahn morgens und abends voll ausgenutzt ist“, dass er genau dieses will, nämlich schon vor 6 Uhr morgens zu fliegen?
(Heute morgen sind zwischen 6 und 8 Uhr 33 Flugzeuge gestartet und 10 gelandet und dies bei einer Kapazität von über 60 Flugbewegungen in 2 Stunden, heute Abend sind es in den letzten beiden Stunden noch deutlich weniger;  also wovon spricht Fundel?)

Die Schutzgemeinschaft appelliert an die Verantwortlichen in der Politik.
Ministerpräsident Mappus hat in der Diskussion um die zweite Startbahn klare Aussagen gemacht und wir hoffen, dass er verlässlicher ist als viele seiner Vorgänger. Es darf nicht sein, dass die besten Böden der Welt zur Disposition stehen, dass der Schutz der Bevölkerung nichts mehr gilt, dass die Klimaänderung, - nicht zuletzt durch den Flugverkehr massiv befördert -, jetzt plötzlich keine Rolle mehr spielt.
Bei den  maßlosen, menschenverachtenden  Forderungen des Flughafens ist erneut mit einer Welle des Widerstands auf den Fildern zu rechnen.
Die Schutzgemeinschaft Filder würde es begrüßen, wenn  Ministerpräsident Mappus erst einmal das Gespräch mit den Betroffenen vor Ort suchen würde.
„Wir stehen bereit“ so Steffen Siegel.

PS: Die Schutzgemeinschaft Filder plant am 22. April  nachmittags eine Fachveranstaltung für Technikbürgermeister und interessierte Gemeinderäte aus den Kommunen, die sich im Einflussbereich des Flughafens befinden, zum Thema: Die Bedeutung der neuen Fluglärmschutzverordnung für die Kommunen, (Neuausweisung von Lärmschutzbereichen)  und am Abend eine öffentliche Veranstaltung zum Thema: „Flughafen-Lärm auf den Fildern;  Resignieren oder etwas dagegen tun?“

 

 

 


 

50 Jahre und kein bisschen leiser!