Schutzgemeinschaft Filder - Montag, 24. Juli 2017
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Neue Broschüre: Stuttgart 21 umnutzend - Auswege aus der Sackgasse

Stuttgart 21 ist ein planerisch gescheitertes Projekt, das gegen größte Bedenken und Widerstände weiter gebaut wird. Vieles, was Projektkritiker immer kritisiert und befürchtet hatten, ist inzwischen eingetreten: Die Kosten explodieren, Steigerungen werden nur salamitaktisch eingeräumt. Immer wieder werden die Analysen der Projektgegner ignoriert, bis man eines besseren belehrt wird, wie zuletzt und erneut vom Bundesrechnungshof, der die Kostenprognose von 10 Mrd. € bestätigte.

Ein ähnlicher Umgang mit den Fertigstellungs- terminen: Ein ums andere Mal erweisen sie sich als zweckoptimistisch. Zentrale Fragen zu Brand- und Hochwasserschutz sind unbeantwortet. Die steigende Zahl von Planänderungen und fehlende Planfeststellungen in wichtigen Bauabschnitten lassen das Ausmaß der Planungsde zite ahnen. Selbst engagierte Projektbefürworter der ersten Jahre räumen ein, dass sie – nach allem was bis- her passiert ist und bekannt wurde – Stuttgart 21 „nicht noch einmal beginnen würden“1. Dennoch wird unbeirrt an dem Projekt festgehalten und gebaut, als gebe es kein Zurück.

Was Nutznießer und Unterstützer des Projekts vor einer Ausstiegsdebatte schützt, ist der scheinbar unerschütterliche Glaube an dessen inzwischen erreichte Unumkehrbarkeit. Zuviel sei schon verbaut, zu viel Geld sei schon in das Projekt hineingesteckt, das dann ja umsonst aus- gegeben worden wäre – eine Sichtweise, die weit über das Lager der Befürworter hinaus von vielen geteilt wird. Nolens volens müsse jetzt weiter gemacht werden.

Dies jedoch ist eine gezielt herbeigeführte oder „herbeigebaute“ Entmutigung, die erklärt, warum ein mehrheitlich für gescheitert gehaltenes Pro-

jekt nicht mehr zu dem mehrheitlichen Wunsch nach seiner Beendigung führt.

Diese Broschüre ...

... will den Mythos der Unumkehrbarkeit entschlüsseln und Denkblockaden au ösen. Sie zeigt unter Rückgriff auf die betriebswirtschaftliche Theorie der „Sunk Cost“, dass es ökonomisch irrational ist, fehlinvestiertem Geld hinterherzu- laufen und es durch Nachschieben von weiterem Geld retten zu wollen (S. 4).

Das gilt umso mehr, als die Ausstiegskosten noch weit unter den anzunehmenden Gesamtkosten des Projekts liegen, ein Ausstieg also für alle Beteiligten einen nanziellen Vorteil bedeuten würde (S. 5).

Im Folgenden wird argumentiert, dass ein Baufortschritt, der nicht infolge einer fundierten Planung erreicht wurde, sondern vor allem um Widerstände gegen ein fragwürdiges Vorhaben zum Verstummen zu bringen, nicht als Argument für die Fortsetzung des Projekts dienen kann.

Ist die Kosten-Nutzen-Bilanz des Projekts negativ, können die bisher getätigten Arbeiten kein vernünftiges Argument für ein «weiter so» sein 

Von: Aktionsbündnis