Schutzgemeinschaft Filder - Dienstag, 26. September 2017
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Große Gesundheitsgefahren durch Ultrafeinstaub vom Flughafen

FRAport – die dominierende Feinstaubpartikelquelle im Rhein-Main-Gebiet ZUSAMMENFASSUNG

Im Rahmen der Beschäftigung mit der Lärmproblematik des Flugbetriebes kamen immer mehr Fragen hinsichtlich des damit verbundenen Schadstoffausstoßes auf. Während die Umweltbehörden stets die gute Luft und die Einhaltung der Grenzwerte bekunden, wurde die Sorge um einen etwaig fatalen Systemfehler immer größer. Sollte die tagtägliche Verbrennung von rund 1 Mio. Liter Kerosin rund um FRAport tatsächlich keine Auswirkungen auf die Umwelt haben? Hat die Festlegung von Grenzwerten und die Schadstoffbestimmung vielleicht nicht mit der Entwicklung leistungsfähiger Triebwerke mitgehalten?

Hat der jahrzehntelange Umgang mit den durch Gewichtsbestimmung ermittelten Feinstaubkennwerten PM10 (und seit neuerer Zeit auch PM2,5) in den zuständigen Behörden zu einer wirklichkeitsfremden Bewertung der realen Gefahrenpotentiale geführt? Wird die Gefährlichkeit der einzelnen Bereiche zurzeit ausschließlich nach der emittierten Feinstaubtonnage beurteilt? 0,7 Prozent Anteil an den PM10- Feinstaubemissionen aus dem Flugverkehr in Deutschland erscheinen gegenüber den restlichen Verursachern nahezu lächerlich.

Dabei wird gänzlich übersehen, dass sich die Emissionen durch die technische Entwicklung in den feineren Bereich verschoben haben und diese ultraleichten Ultrafeinstaubpartikel bei relativ niedriger Feinstaub- Tonnage große gesundheitliche Schäden anrichten können. Denn für die schädigende Wirkung ist die spezifische Oberfläche und die Zusammensetzung des Staubes wesentlich, nicht dessen Gewicht. Die spezifische Oberfläche korreliert mit der Partikelanzahl bzw. der Partikelkonzentration. Die bei Fraport tagtäglich in Triebwerken verbrannte Kerosinmenge reicht aus, um FRAport zum dominierenden Partikel- Emittenten im Rhein-Main-Gebiet zu machen. Selbst in Mainz konnten wir bei Überflug und Vorbeiflug einen Anteil des Flugverkehrs von bis zu 75% an der Partikelanzahlkonzentration zweifelsfrei feststellen. Damit sind die bislang angeführten Argumente, es handle sich bei den Schadstoffemissionen aus dem Flugverkehr um lokal begrenzte Emissionen, die nur die unmittelbare Flughafenumgebung betreffen, widerlegt.

Wir fordern eine flächendeckende kontinuierliche Messung (Zählung) des Ultrafeinstaubes, der die Belastung der Bevölkerung insbesondere in den durch Überflug und Vorbeiflug betroffenen Gebieten dokumentiert. Gleichzeitig halten wir es für unabdingbar, dass Umweltzonen nicht mehr nur auf den innerstädtischen Verkehr begrenzt bleiben und der Flugbetrieb hinsichtlich gegebenenfalls notwendiger Betriebsbeschränkungen nicht außen vor bleibt. Die Umweltbehörden der betroffenen Länder sind damit aufgefordert, im Sinne einer Gesundheitsvorsorge für die betroffenen Menschen unsere Forderungen unmittelbar aufzugreifen und umzusetzen.

Des Weiteren fordern wir, dass die Untätigkeit auf dem Ultrafeinstaubsektor überwunden wird und notwendige Forschungsaufträge erteilt werden. Es macht nicht länger Sinn, fehlende Erkenntnisse zu beklagen und nicht selbst zu einem Engagement auf diesem Sektor bereit zu sein.

Eines ist heute auch ganz klar, an einer Ultrafeinstaub-Verordnung führt kein Weg vorbei.
Die Charakterisierung des Ultrafeinstaubes sollte dabei durch ein Zählverfahren erfolgen. Der in letzter Zeit kommunizierte Ersatz durch die Ermittlung des EC (Elementar Carbon) ist keine Lösung. Auch dieser Kennwert basiert auf Wägung und lässt somit den Einfluss von „High-Tech-Verbrennungen“, die ausschließlich ultrafeine Partikel emittieren, nicht erkennen.
(siehe hierzu auch: climpol.iass-potsdam.de/sites/climpol/files/wysiwyg/files/russpapier-teil1_iass_duh_ausdrucka3.pdf )

Aber genau hierin liegt das Problem der Zukunft!
Wer die Zukunft gestalten will, muss hier aktiv werden. 

 

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Von: Fraport Bürgerinitiative, Joachim Alt und Wolfgang Schwämlein