Bundesvereinigung gegen Fluglärm: Dobrindt mit Luftverkehrspolitik auf der falschen Spur

 

Presserklärung

zum Internationalen Tag gegen Lärm am 27. April 2016 -

 

Schnelle Erfolge beim Kampf gegen Fluglärm gefordert.

 

Jeder vierte Bürger fühlt sich in Deutschland von Fluglärm belästigt. Der Grund liegt im zunehmenden Luftverkehr und den ungezügelten Ausbauten der großen Flughäfen wie Frankfurt oder Berlin, aber auch in einer Unzahl regionaler Flughäfen, deren Betrieb nur mit massiver Subventionierung möglich ist.

 

Bereits jetzt ist am Tage die Umweltkapazität in einigen Regionen überschritten, auch deswegen muss vor allem der Schutz der Nachtruhe durch weitergehende Betriebsbeschränkungen gesichert werden. Beim beabsichtigten Bau der dritten Start- und Landebahn in München würden Gemeinden durch Flugschneisen völlig zerrissen oder nahezu unbewohnbar. Am Flughafen Düsseldorf unternimmt die NRW-Landesregierung derzeit einen erneuten Ver­such, den Angerlandvergleich auszuhebeln und auf kaltem Weg die Stundeneckwerte für die Flugbe­wegungen auf ein unerträgliches Maß zu erhöhen. Dabei werden schon heute dort an der lautes­ten Messstelle um 70 dB(A) beim Dauerschallpegel erreicht. Das bedeutet schon jetzt Gesund­heits­gefährdung pur, so der Präsident der Bundesvereinigung gegen Fluglärm Helmut Breidenbach.

 

Die Bundesvereinigung gegen Fluglärm fordert die Bundesregierung auf, den in der Koali­tions­vereinbarung angekündigten besseren Schutz vor Fluglärm, vor allem in der Nacht, wie auch transparente Verfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Festlegung von Flug­routen umgehend zu verwirklichen. Eine vor zwei Wochen vom Bundestag verabschiedete Änderung des Luftverkehrsgesetzes wie auch erste Vorgaben für die Erstellung eines Luftverkehrskonzepts weisen sogar in die entgegengesetzte Richtung. In einem eindimensionalen und eher rückwärts gerichteten Ansatz wird eine Subven­tionierung des Luftverkehrs mit dem Ziel eines definierten Wachstums verfolgt und eine Aufweichung der Nachtflugverbote angedacht. Ein Kapitel Umwelt und Lärm soll ausgespart werden, was einem Affront gegenüber den Betroffenen gleich käme.

 

Das Warten auf vermeintlich lärmärmere Flugzeuge in 20 oder 30 Jahren reicht nicht aus. Beim Kampf gegen Fluglärm sind schnelle Erfolge notwendig. Dazu gehören auch eine Decke­lung des Fluglärms und Vorgaben zur stetigen Reduzierung durch die Einführung von Lärmminderungskonzepten an allen größeren Flughäfen. Diese Notwendigkeit bestätigt auch das Ergebnis der NORAH-Studie, die u.a. den besonderen Schutz der Kinder in vom Fluglärm belasteten Gebieten in den Vordergrund stellt.

 

Durch militärischen Fluglärm werden heute einzelne Regionen übermäßig belastet. Dabei sollte auf die in- und ausländischen Streitkräfte eingewirkt werden, eher Trassen über weniger dicht besiedeltem Gebiet zu nutzen sowie vereinbarte Mindestflughöhen, Ruhe­zeiten sowie den Schutz der Nachtruhe einzuhalten. Bei der anstehenden Novellierung des Fluglärmgesetzes muss der militärische Fluglärm dem zivilen gleichgesetzt werden – für beide Lärmarten muss der passive Schallschutz künftig schon bei geringeren Grenzwerten als heute einsetzen.

 

Helmut Breidenbach

Präsident BVF

 

ADV-PRESSEMITTEILUNG Nr. 15/2016

Berlin27. April 2016

 Heute 19. Tag gegen Lärm – Erfolgreiches Engagement der Branche beim Fluglärmschutz wird fortgesetzt – Deutsche Flughäfen setzen auf Anreize für den Einsatz von leiseren Flugzeugen

Fluglärmschutz ist für die ADV-Flughäfen nach wie vor das Umweltthema Nr. 1. Dabei setzen die Flughäfen auf den aktiven und passiven Schallschutz. Die Debatte ist wichtig, doch sie bedarf einer Einordung. Die gesundheitlichen Risiken durch Fluglärm fielen geringer aus, als bisher angenommen. Dies zeigt die umfangreichste Untersuchung zum Thema Lärm „NORAH“ (Noise-Related Annoyance, Cognition and Health) aus dem Jahr 2015. Die in der Lärmwirkungsstudie erfasste Belästigung durch Fluglärm war nur in geringem Maß vom Lärmpegel und damit von der Anzahl der Flugbewegungen abhängig. Die Untersuchung hat darauf hingewiesen, dass subjektive Faktoren, wie die persönliche Einstellung zur Lärmquelle, von Bedeutung ist.

„Trotz der bereits erzielten Erfolge, werden die Flughafenbetreiber ihr hohes Engagement beim Lärmschutz unvermindert fortsetzen. Die deutschen Flughäfen setzen insbesondere auf die Anreizwirkung der lärmabhängigen Entgelte. Diese sollen die Umrüstung der Airlines auf immer leisere und umweltschonendere Flugzeuge belohnen. Der wirksamste Beitrag für einen verbesserten Schutz der Bevölkerung sind moderne, leisere Flugzeuge. Den Anteil der lärmabhängigen Entgelte haben die Flughäfen in den letzten drei Jahren verdoppelt“, erklärt Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV.

Jede neue Triebwerksgeneration hat den Lärm bisher stark reduzieren können. Dies ist auch weiterhin das Ziel. Die neuen Flugzeuggenerationen A 320neo, A350 und A380, Boeing 747-8 und Boeing 787 helfen, die Lärmemissionen weiter zu senken. Die Flughäfen fordern die Bundesregierung auf, die Branche bei ihren Bemühungen finanziell zu fördern: „Der wirksamste Lärmschutz setzt an der Quelle an. Hierfür brauchen die Airlines die nötigen Mittel zur Modernisierung ihrer Flotte. Hier sollte die Bundesregierung ansetzen und Innovationen, durch die Abschaffung fiskalischer Belastungen oder Bereitstellung staatlicher Förderprogramme, vorantreiben. Dadurch stünden dringend benötigte Finanzmittel für leisere und verbrauchsarme Flugzeuge bereit“, so Ralph Beisel.

Die Anzahl der von Fluglärm belasteten Personen (mehr als 55 dB(A)) – die nach der europäischen Umgebungslärmrichtlinie alle fünf Jahre ermittelt wird – liegt bei 738.000. Im Vergleich der Verkehrsträger liegt die Anzahl von Fluglärm belasteter Personen damit deutlich niedriger als die Anzahl der von Straßenlärm (rund 10,2 Mio.) oder von Schienenlärm (rund 8,2 Mio.) belasteten Personen.

Das Schutzniveau vor Fluglärm ist durch die Novellierung des Fluglärmschutzgesetzes im Jahre 2007 deutlich erhöht worden. Gegenüber den Verkehrsträgern Straße und Schiene gelten die schärfsten Vorgaben für den Lärmschutz rund um die Flughäfen. Neben dem Umwelt- und Fluglärmschutz ist für die deutschen Flughäfen vor allem der Dialog mit den betroffenen Anwohnern entscheidend.

 Kontakt ADV-Pressestelle:
Isabelle B. Polders

Pressesprecherin

Tel.:     030/310118-14

Mobil:  01590/43 57 505

https://3c-bap.web.de/mail/client/mail/mailto;jsessionid=AA8F7C56CFC050165ECAB47D8CC5AE02-n4.bap18b?to=polders%40adv.aeropolders@adv.aero

 

 

Deutsche Gesellschaft für Akustik (DEGA e.V.)

 

Presseerklärung zum 19. Tag gegen Lärm am 27.04.2016

Motto: „So geht leise.“

 

Verkehrslärm, Nachbarschaftslärm, Fluglärm, Schienenlärm, Lärm am Arbeitsplatz – jeder einzelne wird im Alltag mit diesen Geräuschen konfrontiert. Gesetzliche Maßnahmen, aber auch die EU-Umgebungslärmrichtlinie mit ihren Aktionsplänen sollen diese Reduktion der Lebensqualität verhindern. Das reicht allerdings nicht aus. Neben Information und Aufklärung der Bevölkerung über Ursachen und Wirkungen des Lärms sowie über Rechtsansprüche und Handlungsmöglichkeiten spielt auch das eigene Handeln eine große Rolle.

Am 19. Tag gegen Lärm macht die Deutsche Gesellschaft für Akustik e. V. (DEGA e.V.) darauf aufmerksam, dass jeder einzelne die alltäglichen Geräuschkulissen positiv beeinflussen kann. Beim diesjährigen Aktionstag soll aufgezeigt werden, wie „leise“ im Alltag durch die Nutzung lärmarmer Produkte gehen kann: Ein „Lärmthermometer“ (siehe Informationsflyer) orientiert darüber, ab welchem Schallleistungspegel verschiedene Gerätetypen auf dem Markt erhältlich sind. Nicht nur in der Fahrzeugindustrie sondern auch in anderen Bereichen gibt es „leise“ Produkt-Varianten. Dabei können die verschiedenen Produkte in unterschiedliche Geräuschklassen eingestuft werden, die gesundheitlich eher unbedenklich sind oder bei längerer Einwirkung gesundheitsgefährdend sein können ggf. sogar zu Hörschäden führen können. Durch den Kauf leiser Produkte und den Einsatz zu passenden Zeiten kann jeder Einzelne zu einem lärmarmen Alltag beitragen.

Der „Tag gegen Lärm – International Noise Awareness Day“ (TgL) findet seit 1998 in Deutschland statt und ist eine Aktion der Deutschen Gesellschaft für Akustik. Das Ereignis ist alljährlich zeitlich mit dem „International Noise Awareness Day“ (USA) abgestimmt. Ziel des Aktionstages ist es, die langfristige und nachhaltige Stärkung und Vertiefung des lärmbezogenen Umweltbewusstseins zu fördern. Langjährige Partner der DEGA sind die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) und der Gesundheitsladen München.

Weiterführende Informationen erhalten Sie unter:

https://deref-web.de/mail/client/dereferrer/?redirectUrl=http%3A%2F%2Fwww.tag-gegen-laerm.dewww.tag-gegen-laerm.de

https://deref-web.de/mail/client/dereferrer/?redirectUrl=http%3A%2F%2Fwww.dega-akustik.dewww.dega-akustik.de

 

 

Mit freundlichen Grüßen

Evelin Baumer

 

---------------------------------------------------------------

Dipl.-Ing. Evelin Baumer

Deutsche Gesellschaft für Akustik (DEGA e.V.)

Geschäftsstelle

Voltastraße 5; Gebäude 10-6

13355 Berlin

 

Tel:  +49 (0)30 340 60 38 02

Fax: +49 (0)30 340 60 38 10

 

E-Mail: https://3c-bap.web.de/mail/client/mail/mailto;jsessionid=AA8F7C56CFC050165ECAB47D8CC5AE02-n4.bap18b?to=ebaumer%40dega-akustik.deebaumer@dega-akustik.de

 

www.dega-akustik.de

www.tag-gegen-laerm.de

www.ald-laerm.de

 

Vereinsregister: Berlin VR 26648B

Von: Bundesvereinigung gegen Fluglärm

 

50 Jahre und kein bisschen leiser!