Mittwoch, 02. Juni 10

Schutzgemeinschaft geißelt Erweiterungs-Überlegungen der Stuttgarter Messe

(Presseinfo von Steffen Siegel am 2.6.10) „Die Messebetreiber sind  völlig durchgeknallt, wenn sie jetzt eine Erweiterung um 30% fordern. Die alte Messe auf dem Killesberg hat in den 90er Jahren wesentlich bessere Ergebnisse erzielt als die neue Messe auf den Fildern“, so Steffen Siegel, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Filder, “eigentlich müssten die Betreiber in Sack und Asche gehen, statt sich auch noch mit Ausweitungsplänen zu brüsten“.
Der Öffentlichkeit werde vorgemacht, die Messe liefe prächtig. Die Zahlen sprechen allerdings eine andere Sprache.
Dabei ist es schwierig, verlässliche Zahlen zu bekommen, da „ die LMS keinen jährlichen Geschäftsbericht erstellt“, wie der Schutzgemeinschaft auf Nachfrage mitgeteilt wurde.
1997 hat die IHK ein Gutachten in Auftrag gegeben(Prognos, „Regionalwirtschaftliche Wirkungen der Messe Stuttgart“), in der die Daten für die Killesbergmesse aufgeführt werden. Darin steht, dass 1996 die Messe auf dem Killesberg 1,65 Millionen Besucher
anzog. In der neuen Großmesse auf den Fildern waren es 2009 nur 1,1 Millionen Besucher und die Prognose für 2010 sieht ebenfalls nur 1,1 Millionen vor. Wir haben also heute nur mehr zwei Drittel der Besucherzahlen von vor 14 Jahren auf dem Killesberg.   Das ist ein Offenbarungseid. Die Anzahl der Messen (Veranstaltungen) ist nahezu gleich (1996: 52 heute 55). Der Personalstand ist von damals 280 auf heute 270 gesunken.
Beim Durchdrücken der Fildermesse hat man mit Unmengen Steuergeld, mit brachialen Methoden gegenüber den Grundbesitzern, ja mit einem höchstfragwürdigen, eigens erstellten Landesmessegesetz  gearbeitet, mit dem Ergebnis, dass man jetzt wesentlich  schlechter dasteht als zuvor. Die fruchtbaren Filderfelder sind für alle Ewigkeit zerstört worden. Auf ihnen  wurden  Messehallen errichtet, die über große Teile des Jahres leerstehen.
Die Anbindung der Fildermesse wurde als wichtiges Argument für das Projekt Stuttgart 21 gehandelt.  Allerdings dachte niemand an eine Messe, die schlechter ist als die auf dem Killesberg.
Die Messe ist noch bei weitem nicht abgezahlt, der Flughafen pumpt Geld hinein, die Wirtschaft weigert sich, ihren Anteil beizutragen und die Betreiber sprechen von Erweiterung. Das ist zynisch.
Anmerkung: Die Stuttgarter Zeitung hat auf das Ansinnen des Messechefs Kromer, dessen Pläne am Sonntag, den 30.5.10 von dpa verbreitet wurden, sofort mit einer Anfrage beim Ministerpräsidenten Stefan Mappus reagiert. Stefan Mappus hat Kromer in seine Schranken verwiesen und strikt NEIN zur Ausbau-”Idee” Kromers gesagt.


Von: Steffen Siegel

 

50 Jahre und kein bisschen leiser!