Schutzgemeinschaft Filder - Montag, 18. Juni 2018
Druckversion der Seite: Presse Anzeige
URL: www.schutzgemeinschaft-filder.de/presse/presse-anzeige/

Mittwoch, 25. Juni 14

Messe lebt von der Hand in den Mund - Presseerklärung

Filder, 21. Juni 2014

Zehnte Messehalle für 65,5 Millionen auf Pump

Die Messegesellschaft will jetzt wahrmachen, was sie bereits zur Eröffnung der Messe im Jahr 2007  für notwendig erklärte: Ab 2015 soll eine zehnte Messehalle für 65,5 Millionen gebaut werden. Die Schutzgemeinschaft Filder lehnt den Bau ab und kritisiert, dass sich die Entscheider nicht an den Rat des Landesrechnungshofs halten.

Auf die Frage von Gemeinderäten, mit welchem Geld die Messegesellschaft die neue Halle und den „repräsentativen“ Westeingang bauen wolle, antwortete Messechef Ulrich Kromer sinngemäß, dass er das notwendige Geld für den Hallenbau durch Neubuchungen auf die neue Halle hereinholen wolle.

Das heißt gleichzeitig: Die Messe verfügt über wenig bis kein Eigenkapital und will sich Geld bei der Bank leihen, um den Bau zu finanzieren. Frank Distel, Mitglied im Vorstand der Schutzgemeinschaft Filder, wundert sich: „Demnach lebt die Messe von der Hand in den Mund!“ Anscheinend  verlässt sich die Messegesellschaft bei einer  negativen wirtschaftlichen Entwicklung darauf, dass wieder das Land und die Stadt mit Geld einspringen werden. „Praktisch wurde ja der ganze Neubau der Messe auf den Fildern vom Steuerzahler bezahlt“, erklärt Frank Distel und bemängelt die hohe Subventionierung der Messe, die letztendlich zu Überkapazitäten an Messeflächen in Deutschland führt. 

Die hohen Kosten des Messebaus von mindestens 806 Millionen Euro und den lockeren Umgang mit Steuergeldern hat im Jahr 2012 der baden-württembergische Rechnungshof scharf kritisiert. In seiner Begründung führte er z.B. das überdimensionierte Parkplatzangebot an sowie die Tatsache, dass an 258 Tagen im Jahr keine Messen in den Hallen stattfinden. Mit seiner Kritik verbunden war die Empfehlung des Rechnungshofs, die Messe auf den Fildern keinesfalls weiter auszubauen. So heißt es im Bericht: „Es besteht kein Anlass, bauliche Erweiterungen der Messe zu erwägen.“ Und weiter heißt es, man solle in Zukunft "intensiv prüfen, ob eine Beteiligung (an solchen Projekten) im Interesse des Landes ist.“

Die Äußerung des Messechefs,  dass die zusätzlich geplanten 650 qm Seminarraum-Flächen der zehnten Halle keine Konkurrenz für die Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen oder die Filharmonie in Filderstadt darstellen würden, kann als Beruhigungsplacebo für die Anliegergemeinden angesehen werden, merkt die SG Filder weiter an.

Weil Leinfelden-Echterdingen die Landesmesse auf seiner Markung ablehnte, wurde sie von Land und Region auf einem Sondergebiet per Planfeststellungsverfahren durchgesetzt. Die SG Filder erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass bei der Realisierung der Messe in unüblicher Weise der Bedarf per Gesetz festgelegt worden war. Mit dem zweifelhaften Effekt, dass die heutigen Zahlen von Besuchern und Umschlagsfaktor nicht an die Zahlen  vom Killesberg heranreichen. Dass sich Übernachtungen und andere Formen der sogenannten Umwegerentabilität auf die Fildern verlagert haben, ist eine logische Folge des „Umzugs“ der Messe, kein Verdienst, betont die SG Filder.

                 

Von: Frank Distel