Mittwoch, 23. Juni 10

Presseerklärung zum Planfeststellungsverfahren für den Teilabschnitt 1.3 - IC-Strecken zwischen Vaihingen und Flughafen gibt.

DB hat sich nur halbherzig dem Druck aus der Bevölkerung gebeugt.

SG Filder fordert:  Auch die bedenkliche Ausnahmegenehmigung für die freie Strecke durch Leinfelden-Echterdingen muss im anstehenden Verfahren zur Diskussion gestellt werden.

Der Vorsitzende der „Schutzgemeinschaft Filder“ (SGF), Steffen Siegel begrüßt es, dass die Deutsche Bahn dem Druck der Bevölkerung nachgab  und auch  auf dem S-Bahn Streckenabschnitt  zwischen Rohr und Flughafen ein Planfeststellungsverfahren einleiten will.

„Es muss aber jedem klar sein, dass das große Problem der Ausnahmegenehmigung für diese Strecke mit ihren zu engen Tunneln, den Kreuzungen, den einspurigen Abschnitten und dem Mischverkehr zwischen S-Bahnen und  Fernverkehr, dabei nicht angetastet werden soll.“

Die Gemeinden und die Bevölkerung haben beim jetzt anstehenden Verfahren keine Möglichkeit, sich gegen die fehlende Sicherheit , z.B. wenn ein Zug im Tunnel brennt und die Gänge für die Flucht im Tunnel viel zu schmal sind, zu wehren.   Dies wurde ohne Beteiligung der Betroffenen zwischen Bahn und Verkehrsminister bereits ausgehandelt. Es soll jetzt rechtskräftig werden und ist damit, trotz enormer Risiken für Bahn und Bevölkerung, nicht mehr Gegenstand des anstehenden Verfahrens.

Durch die Ausnahmegenehmigung wird bereits im Voraus festgeklopft, dass die Trasse

im sich störenden  Mischverkehr  betrieben wird. Es wird also mehr Verkehr geben, mehr

Lärm, mehr Erschütterungen, mehr Sicherheitsprobleme usw.

Die neuen Fernzüge werden sicher nicht an den vielen S-Bahn Stationen halten.   Der für die Bewohner von Leinfelden-Echterdingen entscheidende S-Bahn-Verkehr mit all seinen Busanbindungen wird demnach zwingend ausgedünnt. 

 „Dies darf so nicht Bestand haben“ warnt die SG Filder, „die Ausnahmengenehmigung muss ebenfalls  Gegenstand des angekündigten Planfeststellungsverfahrens sein, schließlich könne auch bei einem Hausbau kein mittleres Stockwerk im Vorfeld eine Extra-Genehmigung erhalten. Die Statikberechnungen gingen vom Keller bis zum Dach und der Gesamtzusammenhang müsse gesehen werden.“

 Der Stuttgart 21 Projektsprecher Wolfgang Drexler verkündete großspurig, dass jetzt „aktive Bürgerbeteiligung sichergestellt“ sei.

„Das genaue Gegenteil ist der Fall“, so Steffen Siegel, „was in Stuttgart als Hochgeschwindigkeitsstrecke geplant und verkauft wird, verkommt spätestens auf den Fildern zu einer sicherheitstechnisch und bahnbetrieblich fragwürdigen

Bummelzugstrecke“. 

Bevor nicht klar ist, welche Folgewirkungen die Filderproblematik auf das Gesamtprojekt Stuttgart 21 hat und bevor nicht ein rechtskräftiger Planfeststellungsbeschluss erteilt wird, der alle Risiken und Betroffenheiten ehrlich einbezieht, solange tun alle  gut daran, im Stuttgarter Talkessel keine teuren Tatsachen zu schaffen, -  also keine Baumfällaktionen, kein Flügelstutzen des Hauptbahnhofs und kein Tunnelanstich.“

Von: Steffen Siegel

 

50 Jahre und kein bisschen leiser!