Mittwoch, 08. Februar 06

Leserinnenbrief von Ingrid Grischtschenko

Leserinnenbrief zu: “Der Stadt ist nachhaltiger Schaden entstanden” und “Zu einer reinen Protestbewegung geworden”.

 

Man kann es auch so sehen: Durch die Ansiedlung der Messe ist der Stadt Leinfelden-Echterdingen nachhaltiger Schaden entstanden. Denn wie sagte schon der Macher des
Landesmessegesetzes Rechtsanwalt Dolde am 10.2.2004: “Kapitalrendite wird sie nie erwirtschaften, die Messe, Gewinne wird sie nie erzielen.”

Das ganze Land Baden-Württemberg leidet unter dieser Fehlentscheidung, bei der mit
Steuergeldern eine Sparte subventioniert wird, die selbst nach Meinung des ehemaligen Wirtschaftsministers Döring längst privatisiert gehört.
Tatsächlich war der Fluglärm das Protestdach unter dem sich von Steinenbronn bis Scharnhausen , eben vom Rand der Westfilder bis nach Ostfildern, Städte und Gemeinden sammelten. Die ursprüngliche Schutzgemeinschaft gegen Großflughafen bündelte genau
die Interessen nach Lärm-und Flächenbeschränkungen, Kooperation zwischen den Kommunen sowie nachbarschaftlichen Beziehungen zum Flughafen. über den eigenen
Tellerrand hinausschauen, Vertreter in die Bundesvereinigung Fluglärm schicken, sich mit anderen Bürgerinitiativen vernetzen, das tut die heutige Schutzgemeinschaft Filderseit bald 40 Jahren.
Die damalige Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Dr.Liesel Hartenstein, meist in Bonn, oft in Echterdingen, Dagmar Halm aus Birkach, Wilhelm Hertig aus Plieningen, Landwirte aus Filderstadt spiegelten die Vielfalt der Orte und der Parteizugehörigkeit im Vereinsvorstand wieder. Das war gewollt und das ist bis heute so: Gabi Visintin aus Bonlanden, Steffen Siegel aus Neuhausen, die  beiden nachfolgenden Vorsitzenden beweisen einen langen Atem, indem sie die Begehrlichkeiten, die immer wieder über die Filder hereinbrechen, versuchen abzuwehren. Der geplante Filderbahnhof und die nächste Flughafenerweiterung für die Billigflieger, die unweigerlich noch mehr Lärm bringen würde, gehören dazu. Oft können wir nur Schadensbegrenzung üben, aber auch das ist nötig.
Dass wir nach 10 Jahren Messestreit endlich wissen wollen, ob der Messebau auf einem verfassungswidrigen Gesetz fußt oder nicht, verstehen viele.

 

Und jene, die die Schutzgemeinschaft Filder für überflüssig halten, schlafen auch deshalb einigermaßen ruhig, weil diese älteste Bürgerinitiative ein eingeschränktes Nachtflugverbot durchsetzen konnte. Sie ziehen daraus quasi einen Kollateralnutzen, der ihnen gegönnt sei,
den wir aber weiter werden verteidigen müssen.

 

Ingrid Grischtschenko
Stv.Vorsitzende Schutzgemeinschaft Filder e.V.
Leinfelden-Echterdingen

 

 

Von: Ingrid Grischtschenko

 

50 Jahre und kein bisschen leiser!