Dienstag, 31. August 04

Filder Zeitung: "Die Wunden der Niederlage bluten noch "


Quelle: Filder Zeitung 30.8.04

 

Messegegner wollen Grundrechtsfrage gerichtlich kl�ren lassen - Gewaltfreie Aktionen geplant

 

Echterdingen (uvo). Die Tinte unter den Verkaufsvertr�gen f�r die Grundst�cke der f�nf verbliebenen Bauern war noch kaum getrocknet, als rund 100 Gegner der Fildermesse am Freitagabend ihr weiteres Vorgehen beraten haben. In Vertretung der urlaubsreifen Gabi Visintin hatten Steffen Siegel von der Schutzgemeinschaft und Felix Dania vom Fildercamp ins evangelische Gemeindehaus geladen, wohl wissend, dass die Wunden der verlorenen Schlacht noch v�llig unvernarbt f�r Frust und heftige Schmerzen sorgen.

 

Doch auch wenn man nicht l�nger ernsthaft vom Kippen der Messepl�ne ausgehen k�nne, treibe die Filderbewohner die Frage um, wie hierzulande mit Grundrechten umgegangen werde, sagte Steffen Siegel. “Nicht um des Rechthabens willen”, sondern um diesen “deutlichen Schwenk in der Rechtsauffassung” kl�ren zu lassen, suche die Schutzgemeinschaft deshalb weiter einen Weg, die Streitfrage um die Aush�hlung der Grundrechte zu Gunsten einer reinen Gewinnorientierung h�chstrichterlich durchzufechten.

 

F�r die n�chsten Tage allerdings standen andere �berlegungen im Vordergrund. “Mir hat es den Boden unter den F��en weggezogen”, beschrieb etwa eine Zuh�rerin ihre Reaktion auf das “nicht ganz freiwillige” Einlenken der Kl�ger. “Mir w�re es deshalb wichtig, meine Trauer zum Ausdruck bringen zu k�nnen.” Ihr Vorschlag, in einem Schweigemarsch “unsere Rechte zu Grabe zu tragen”, fand ebenso Zustimmung wie das Bed�rfnis einer anderen Teilnehmerin, sich “irgendwie von diesem St�ck Erde zu verabschieden”.

 

Andere Stimmen wurden laut, die sich �ber diese “Trauerarbeit” hinaus Geh�r verschaffen wollen: “Wir m�ssen laut werden, unsere Wut herausschreien”, etwa am 14. September, wenn der erste Spatenstich erfolgen soll. Weitere Aktionsideen reichten vom aufgeh�uften Getreidewall - als quasi letzte Ernte der Filder - bis zum Posaunenchor, der wie die Unheil verk�ndenden Trompeten von Jericho den offiziellen Akt untermalen k�nnte.

 

Wichtig w�re den Messegegnern auch ein kleines Dokumentationszentrum, etwa an Stelle des bisherigen Filderschutzcamps. In diesem Zentrum k�nnte die Entwicklung ihres Widerstandes chronologisch aufbereitet werden. “Es ist ja nicht so, dass wir nichts erreicht haben.”

 

Hervorgegangen ist die Protestbewegung aus dem mittlerweile fast 30 Jahre w�hrenden Kampf gegen den Ausbau des Flughafens. Immerhin habe man den Bau weiterer Startbahnen verhindert, eine anhaltende Diskussion um das Nachtflugverbot angesto�en, “und die Weidacher H�he ist auch nicht abgetragen worden”. Wenn man an die schon jetzt existierenden Erweiterungspl�ne der Messemacher denke, bleibe der Schutzgemeinschaft auch weiterhin ein gutes St�ck Arbeit.

 

 

 

Doch auch wenn man nicht l�nger ernsthaft vom Kippen der Messepl�ne ausgehen k�nne, treibe die Filderbewohner die Frage um, wie hierzulande mit Grundrechten umgegangen werde, sagte Steffen Siegel. “Nicht um des Rechthabens willen”, sondern um diesen “deutlichen Schwenk in der Rechtsauffassung” kl�ren zu lassen, suche die Schutzgemeinschaft deshalb weiter einen Weg, die Streitfrage um die Aush�hlung der Grundrechte zu Gunsten einer reinen Gewinnorientierung h�chstrichterlich durchzufechten.

 

F�r die n�chsten Tage allerdings standen andere �berlegungen im Vordergrund. “Mir hat es den Boden unter den F��en weggezogen”, beschrieb etwa eine Zuh�rerin ihre Reaktion auf das “nicht ganz freiwillige” Einlenken der Kl�ger. “Mir w�re es deshalb wichtig, meine Trauer zum Ausdruck bringen zu k�nnen.” Ihr Vorschlag, in einem Schweigemarsch “unsere Rechte zu Grabe zu tragen”, fand ebenso Zustimmung wie das Bed�rfnis einer anderen Teilnehmerin, sich “irgendwie von diesem St�ck Erde zu verabschieden”.

 

Andere Stimmen wurden laut, die sich �ber diese “Trauerarbeit” hinaus Geh�r verschaffen wollen: “Wir m�ssen laut werden, unsere Wut herausschreien”, etwa am 14. September, wenn der erste Spatenstich erfolgen soll. Weitere Aktionsideen reichten vom aufgeh�uften Getreidewall - als quasi letzte Ernte der Filder - bis zum Posaunenchor, der wie die Unheil verk�ndenden Trompeten von Jericho den offiziellen Akt untermalen k�nnte.

 

Wichtig w�re den Messegegnern auch ein kleines Dokumentationszentrum, etwa an Stelle des bisherigen Filderschutzcamps. In diesem Zentrum k�nnte die Entwicklung ihres Widerstandes chronologisch aufbereitet werden. “Es ist ja nicht so, dass wir nichts erreicht haben.”

 

Hervorgegangen ist die Protestbewegung aus dem mittlerweile fast 30 Jahre w�hrenden Kampf gegen den Ausbau des Flughafens. Immerhin habe man den Bau weiterer Startbahnen verhindert, eine anhaltende Diskussion um das Nachtflugverbot angesto�en, “und die Weidacher H�he ist auch nicht abgetragen worden”. Wenn man an die schon jetzt existierenden Erweiterungspl�ne der Messemacher denke, bleibe der Schutzgemeinschaft auch weiterhin ein gutes St�ck Arbeit. 

 

 

Von: Filderzeitung

 

50 Jahre und kein bisschen leiser!