Schutzgemeinschaft Filder - Sonntag, 15. September 2019
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Montag, 29. April 19

Esslinger Zeitung 26.4.2019: Schutzgemeinschaft Filder fordert erweitertes Nachtflugverbot

Foto: Bulgrin

Die Initiative will gegen Bahn-Abschnitt 1.3b klagen – Kritik am Flächenfraß Gegen den Wachstumskurs des Flughafen wendet sich die Schutzgemeinschaft Filder ebenso wie gegen den wachsenden Flächenverbrauch.

nFür Bodenschutzgebiete macht sich die Schutzgemeinschaft (SG) Filder stark. „Da sind wir im Schulterschluss mit Initiativen weit über die Region hinaus“, sagt derVorsitzende Steffen Siegel. Beim Pressegepräch der Initiative in Echterdingen kritisierte er außerdem die Expansionspläne des Flughafens. „Dass sich Politik und Flughafen am Passagierwachstum begeistern, ist angesichts der Klimaentwicklung obszön.“ Auch beimKampf gegen das Projekt Stuttgart 21 lassen die Mitglieder der SG, die 600 Mitglieder hat, nicht locker.

„Unsere Einwendungen im Planfeststellungsverfahren gegen den Teilabschnitt 1.3b auf den Fildern haben wir eingereicht, und wir werden dagegen auch klagen“, kündigte Visintin an.Gegen das Urteil der Richter beim Verwaltungsgerichtshof in Mannheim, die den Einwänden der Schutzgemeinschaft teilweise stattgaben, hat die Initiative Revision eingelegt. Der VGH hatte festgestellt, dass die Zusammenfassung des Eisenbahnprojekts und des Straßenbauprojekts L 1202/L 1192, Südumgehung Plieningen, im gemeinsamen Verfahren nicht zulässig war. Wann die Richter in Leipzig darüber entscheiden, ist nach Frank Distels Worten schwer vorherzusagen. Die Gegner des Bahnprojekts fordern, dass die Gäubahn nicht über den Flughafen geführt werden soll, sondern weiterhin auf der Panoramastrecke in Stuttgart. In der Interimszeit werde die Gäubahn fünf Jahre lang vom Hauptbahnhof getrennt, sagte Distel voraus. Bis der Filderbahnhof gebaut sei, müssten Fahrgäste aus Zürich in

Vaihingen oder Böblingen in die S-Bahn umsteigen. Dass Filderstadt wegen des Baus eines dritten Gleises mindestens ein Jahr vom S-Bahn-Verkehr abgehängt werde, sei nichthinnehmbar. „Das kann auch zwei Jahre oder länger dauern“, befürchtet Siegel.

Sorge bereitet auch der Wachstumskurs des Flughafens den Sprechern der Schutzgemeinschaft. Dass dessen Betreiber verstärkt auf Billigflieger setzten, steht nachSiegels Worten „im krassen Gegensatz“ zu den Klimazielen, die von den Sprechern des Flughafens kommuniziert würden. „Das Fliegen ruiniert das Klima“, ist der SG-Vorsitzende überzeugt. Das Fairport-Konzept des Flughafens, der bei seinen Flächen und Gebäuden bis2050 klimaneutral werden wolle, sei „irreführend“. Auch die Eletrofahrzeugflotte und dasEngagement des Flughafens bei der Erforschung des elektrischen Fliegens reichen den SG- Sprechern nicht aus. Augenzwinkernd fordert der Pädagoge in Anlehnung an die Freitags-Demos für den Klimaschutz „freitags flugfrei“.

Um den Klimaschutz voranzubringen, fordert die SG neben einer Kerosinsteuer und dem Verzicht auf Kurzstreckenflüge „ein konsequentes Nachtflugbverbot von mindestens acht Stunden.“ Wegen des rasanten Wachstums des Flughafens befürchtet Gabi Visintin, dass inabsehbarer Zeit die bestehende Nachtflugbeschränkung des Flughafens ausgehöhlt werden könnte. „Mit früherem Beginn ließen sich mehr Flüge abwickeln.“ Das sei den schwerbelasteten Anwohnern schlicht nicht zuzumuten. Wolfgang Berthold befürchtet gar, dass die Diskussion um eine zweite Startbahn wieder aufflammen könnte, wenn die Regierung wechselt. Scharf kritisiert Siegel den grünen Verkehrsminister Winfried Hermann und dessen Parteikollegen, Stuttgarts OB Fritz Kuhn, die behaupteten, man müsse dem Wachstum nachkommen.

Mit einem Fragenkatalog will die Schutzgemeinschaft Wählerinnen und Wähler dazu bewegen, bei den Kandidaten nachzuhaken, wie deren Position zu ihren Themen ist. Gleichzeitig soll die Unterschriftenaktion zum Flächenverbrauch weitergehen, kündigtVisintin an: „Besonders sind da die Kommunen in der Pflicht, die bei der Baupolitik darauf achten müssen, wertvolle Flächen zu erhalten.“

26.04.2019

Von: Elisabeth Maier

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