Schutzgemeinschaft Filder - Sonntag, 15. September 2019
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Dienstag, 26. März 19

Mitgliederversammlung der SG Filder verabschiedet Filder-Resolution als Antwort auf die Filderstudie des "Verbands der Region Stuttgart"

Die Mitgliederversammlung der Schutzgemeinschaft Filder lehnt den geplanten dramatischen Bauboom auf den Fildern zu Lasten der Umwelt, des Klimas, der Landwirtschaft und der Bevölkerung ab

Die Filderstudie, die im Auftrag des Verband der Region Stuttgart“ (VRS) und des Kommunalen Arbeitskreis Filder“ (KAF) durchgeführt wurde – zur Überprüfung und Weiterentwicklung der Wachstumspotenziale (!) im Filderraum – gelangte vor kurzem an die Öffentlichkeit. Sie gibt Empfehlungen für die Entwicklung des Filderraums in den nächsten 20 bis 30 Jahren. Im Mittelpunkt der Studie stehen Vorschläge zur Gewerbe- und Siedlungsentwicklung.

  • Schon die Überschrift der Studie macht deutlich wo die Schwerpunkte der Filder-Entwicklung gesehenwerden: „Überprüfung und Weiterentwicklung der räumlichen Wachstumspotenziale im Filderraum durch Erweiterung des Knotenpunktes Messe, Flughafen und S-Bahnanschluss durch ICE- undRegionalbahnhalt“. An erster Stelle stehen demnach die Gewerbeentwicklung um den Flughafen, Messe und neuem ICE-Halt. Ausgangspunkt der Überlegungen ist hierbei die künftige Verkehrsdrehscheibe, die am Flughafen mit der Fertigstellung von S 21 entstehen soll und die damit verbundene Attraktivität für weitere Gewerbeansiedlungen – die neue Airport-City auf den Fildern!

  • Rund um den Flughafen sind Neubaugebiete in der Größe von ca. 90 Hektar geplant! Südlich vom Flughafen sind zusätzlich rund 30 Hektar geplant.

  • In den übrigen Filderorten sind weitere beträchtliche Gewerbeaufsiedlungen geplant.

  • Da Gewerbe in der Regel zusätzliche Arbeitsplätze erzeugt, ist von einem Bedarf an zusätzlichen

    Bauflächen fürs Wohnen zu rechnen – und damit auch für Infrastruktur wie Straßen, Kindergärten,

    Schulen, Einkaufsmöglichkeiten usw.

  • Hierzu gibt es in der Studie Vorschläge für Wohnbau in allen Filderorten mit Priorität in der Nähe von

    ÖPNV-Haltestellen. So soll die „Neue Mitte Filderstadt“ rund 23 ha und die Neue Mitte Leinfelden- Echterdingen“ rund 60 ha Bruttowohnbauland umfassen.

    Die Filderstudie zerstört Felder und Lebensqualität

    Die Schutzgemeinschaft Filder sieht in der Filderstudie ein völlig unbrauchbares Planungswerkzeug für die Entwicklung der Filder. Wir sehen darin eher ein Zerstörungskonzept für die Filder. Es geht bei den Fildern um einen Landstrich, der in tausend Jahren von Bauern beackert und zur Felder-Landschaft geformt wurde (Filder kommt von Felder). In nur rund 50 Jahren wurde dieser Landstrich – nicht zuletzt durch riesige Großprojekte in einem Maße ver- und zugebaut, dass sein ursprünglicher Charakter als „Garten für Ernährung“ für die Region Stuttgart heute nur noch ansatzweise zu erkennen ist. Die von den Studien-Machern erwähnte Vereinbarkeit der Planung mit Naturschutz und Landwirtschaft, die sie sicherstellen wollten, wird überhaupt nicht eingelöst. Ein paar Grünbrücken und Grünzäsuren in der Landschaftsplanung sind lächerliche Alibis!

    Denn die Grenzen des Wachstums auf den Fildern sind schon längst erreicht mit Messe, Flughafen, bestehenden und ausgewiesenen Gewerbegebieten, der S 21-Trasse etc. Der bisherige und geplante Flächenverbrauch zu Lasten der Landwirtschaft und einer intakten, lebenswerten Umweltwelt im Interesse der Bevölkerung ist beträchtlich und muss endlich gestoppt werden! Ein weiteres Gewerbewachstum bedeutet auch eine Zunahme des Autoverkehrs auf A8, B27 und Landstraßen. Eine Umsteuerung auf den Öffentlichen Personen Nahverkehr ist versäumt worden und wird nur mit zeitlicher Verzögerung möglich.

    Aussagen und Empfehlungen zu einem Wohnungsbau, der landwirtschaftliche und Grünflächen ausspart, macht die Studie keine. Erforderlich ist jedoch bezahlbarer Wohnraum, errichtet von Wohnbaugesellschaften in öffentlicher Hand, in Gebieten, die nachverdichtet werden können und damit keine großflächigen Neubaugebiete notwendig machen. Die Mitgliederversammlung der SG Filder fordert deshalb die Entscheidungsträger auf den Fildern – Stadtverwaltungen, Gemeinderäte, Regionalräte etc. – auf, in ihren Beratungen zur Filderstudie dem geplanten Wirtschaftswachstum eine Grenze zu setzen. Wir fordern einen

Straßenbaustopp, gekoppelt mit einem klaren Tempolimit. Jeder weitere Flächenverbrauch geht zu Lasten einer lebenswerten Umwelt für uns und die nachfolgenden Generationen!