Montag, 18. April 16

Eidechsen als Sündenböcke

In einem Interview hat der S-21-Projektleiter Manfred Leger kürzlich herausgestellt, wie teuer es die DB kommt, geschützte Eidechsen umzusiedeln. Die Tiere befinden sich derzeit noch dort, wo die Neubaustrecke hin soll. Der Umwelt- und Naturschutzverband BUND wies darauf hin, dass die Eidechsen den Sündenbock spielen sollen für Verspätungen im Bauplan und kommentiert kabarettreif: „Nun wissen wir endlich, warum Stuttgart 21 und die anschließende Neubaustrecke nach Ulm um so viel teurer wird und die Zeitpläne ständig gerissen werden – es ist der Artenschutz und es sind insbesondere die streng geschützten Zaun- und Mauereidechsen“. Der BUND sieht in den Aussagen des S21-Chefs ein billiges Manöver um vom Unvermögen der Bahn bei dem Projekt Stuttgart 21 abzulenken. „Unvollständige und veraltete Planungsunterlagen, ständiger Personalwechsel bei der DB-Projekt GmbH und Beratungsresistenz gegenüber anderen Behörden und Bürgern, sind die wahren Kostentreiber und Zeitfresser des Milliardenprojektes“, betonen die Naturschützer. Gerhard Pfeifer vom BUND begründet: „Mit dem Thema Eidechsenschutz ist die Bahn nun schon seit über 5 Jahren bundesweit konfrontiert und sollte deshalb so langsam Routine haben aktuelle Eidechsenbestände ordentlich zu erfassen und frühzeitig Ersatzbiotope einzurichten, bevor die Tiere umgesiedelt werden“. Die Kostenermittlung von S21 Chef Leger von 2000 bis 4000 Euro pro Eidechsen-Umsiedlung kann der BUND so nicht nachvollziehen und hält sie für fragwürdig. 

Von: Gabi Visintin

 

50 Jahre und kein bisschen leiser!