Donnerstag, 14. Oktober 04

STZ: "Die Landkreisst�dte stehen Gewerbegebiet bei Fu�"


Quelle: Stuttgarter Zeitung 14.10.04

 

Messe bringt die Wirtschaftsf�rderer auf Trab: Filderstadt, N�rtingen und Kirchheim spekulieren auf ein St�ck vom gro�en Kuchen

 

LEINFELDEN-ECHTERDINGEN. Der Flughafen Stuttgart ist das Tor zur Welt, die Messe nebenan das Schaufenster. Wer hier ankommt und da reinschaut, dem muss auch das Umland ins Auge springen. Mit diesem Anspruch ist der Kreis Esslingen bei der M�nchner Expo Real aufgetreten.

 

Von Thomas Schorradt

 

F�r einen Landkreis, der seiner Internet-Eigenwerbung (www.landkreis-esslingen.de) zufolge zwar nicht der Nabel der Welt ist, immerhin aber knapp daneben liegt, ist ein Auftritt auf Europas gr��ter Immobilienmesse Pflicht - und f�r die um Aufmerksamkeit und Marktanteile k�mpfende Neue Messe sowieso. Im Fahrwasser der beiden Flaggschiffe haben auch Filderstadt, Kirchheim und N�rtingen in der bayrischen Landeshauptstadt Flagge gezeigt. Denn alle wollen sie ein St�ck vom gro�en Messekuchen abbekommen. Angesichts eines gutachterlich belegten Produktionseffekts von 1,9 Milliarden Euro sollte es nach Einsch�tzung des Esslinger Landrats Heinz Eininger aller M�hen wert sein, f�r die Standortgunst der Umlandst�dte hartn�ckig zu werben.

 

“Wir m�ssen die F�llungsvorteile des Landkreises f�r die Neue Messe auf den Fildern offensiv vertreten”, hat der Kreischef den Kurs vorgegeben. F�llungsvorteil, das hei�t f�r Eininger vor allem, dass die St�dte und Gemeinden des Landkreises, auf dessen Grund und Boden die sch�ne neue Ausstellungswelt ja schlie�lich auch heranw�chst, die L�cken im Handwerks- und Dienstleistungsbereich einerseits und im Gastronomiegewerbe andererseits schlie�en sollen.

 

Die auf dem Gemeinschaftsstand mit Landkreis und Messe in M�nchen vertretenen St�dte haben sich das nicht zweimal sagen lassen. Sie stehen Gewerbegebiet bei Fu�: In Kirchheim harrt der “Kruichling” (noch neun Hektar verf�gbare Fl�che zu 190 Euro pro Quadratmeter) des erhofften Messe�berlaufs, in N�rtingen lockt die “Bachhalde” m�gliche Investoren mit 7,7 landschaftlich reizvollen Hektar (165 Euro pro Quadratmeter), und Filderstadt gar ist in der komfortablen Lage, im “Affelter” auf finanzkr�ftige Unternehmen aus Dienstleistung, Forschung, Medien und Telekommunikation warten zu k�nnen. Die Standortgunst mit Blickkontakt zu Flughafen und Messe lassen sich die Filderst�dter mit 290 Euro pro Quadratmeter versilbern.

 

Den St�dten sei”s geg�nnt, mag Messeplaner Ulrich Bauer da denken. Der Gesch�ftsf�hrer der Projektgesellschaft hat zwar mittlerweile die Bagger auf dem Messegel�nde auffahren lassen und ob des endlich vollzogenen Spatenstichs in M�nchen viel Schulterklopfen geerntet, sieht sich aber zu Hause schon wieder mit neuer Unbill konfrontiert. Dieser Tage sind den Gemeindek�mmerern in der Region die ersten Messerechnungen auf den Tisch geflattert. In so mancher kommunalen Ratsrunde hat man sich ob deren H�he verwundert die Augen gerieben. Mit 675 000 Euro ist beispielsweise Kirchheim mit von der Partie. Der N�rtinger Beitrag bewegt sich in der gleichen Gr��enordnung, w�hrend Filderstadt rund 800 000 Euro auf den Tisch legen muss. “Bis jetzt ist uns die Messe teuer. Wir hoffen, dass sie uns eines Tages auch lieb wird”, sagt N�rtingens Oberb�rgermeister Otmar Heirich stellvertretend f�r seine Kolleginnen und Kollegen.

Von: Stuttgarter Zeitung

 

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