Schutzgemeinschaft Filder - Donnerstag, 20. September 2018
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Samstag, 11. Dezember 10

SG Filder wehrt sich gegen Airportcity und wirft dem Flughafen ein falsches Spiel mit Gutachterzahlen vor

Flughafen-Strategien: Zuerst enteignen – dann kommerzialisieren?
Die Mitteilung des Flughafen Stuttgart, auf der Fläche des Parkplatzes 10 eine Bebauungsfläche für Immobilien zu schaffen, stößt bei der Schutzgemeinschaft Filder auf vehemente Ablehnung. Für das Parkplatzgebäude will der Flughafen  jetzt beim ehemaligen Frachtgebäude Ersatz schaffen. Steffen Siegel: „Seit es den Flughafen gibt, hat er auf den Fildern seine Flächen den Filderlandwirten per Enteignung oder Enteignungsdrohung abgetrotzt. Jetzt hat er anscheinend so viel Flächen zusammen, dass er damit weitere Gewinnmaximierung auf dem kommerziellen Sektor betreiben kann.“ Die SG Filder fordert einen sofortigen Stopp solcher Monopoli-Spielchen am Flughafen!  Zudem wirft die SG Filder dem Flughafen vor, mit Zahlen zu Passagieren sowie Starts und Landungen  je nach Interessenlage zu jonglieren, wenn nicht gar zu manipulieren.

Die SG Filder führt drei Argumente gegen die Flughafenpläne zur Airportcity auf:
1.    Eine Airport-City als neuer Stadtteil auf den Fildern ist unter dem Aspekt der knappen Flächen-Ressourcen nicht vertretbar: Den Landwirten wird noch mehr fruchtbares Land entzogen. Die Immobilien-Stadt zieht zusätzlich Verkehr an und die Airport-City saugt aus den  Stadtzentren Stuttgarts, Esslingens, Böblingens und den umliegenden Filderstädten Kaufkraft ab. Wir brauchen ein „Filder-Landwirtschaftsschutz-Gebiet“ und keine zusätzliche City.
2.    Grundsätzlich wird durch die Flughafenplanung durch die Hintertür enteignete Fläche für rein wirtschaftliche Zwecke freigegeben. Manche Filderlandwirte sind im Laufe der Zeit, mehrere Male durch den Flughafen enteignet worden, weil ein Flughafen angeblich „im öffentlichen Interesse“ sei. Eine „Umwidmung“ ist nicht zulässig, betont die SG Filder.
3.    Wenn der Flughafen jetzt für kommerzielle Interessen Fläche frei hat, benötigt er auch keine Westerweiterung mit einem breiten Gebäudegürtel.

Falsches Spiel mit Gutachterzahlen
Zudem wirft die SGF dem Flughafen vor, mit Zahlen je nach Interessenlage zu manipulieren.
Nach Aussagen des Flughafens, könnte  er jetzt bis zu 18 Millionen Passagiere mit nur einer Startbahn abfertigen. Der Bau einer zweiten Startbahn sei nicht mehr nötig. Die SGF hat schon vor Jahren gesagt, dass die Kapazität des bestehenden  Flughafens bei weitem nicht ausgereizt ist

Wenn es nach Flughafenchef Fundel gegangen wäre, hätte man vor zwei Jahren den Startschuss gegeben, um die einzigartig fruchtbare Filderebene für eine zweite Start- und Landebahn platt zu machen, die jetzt angeblich niemand mehr braucht. Steffen Siegel: „Eigentlich müsste Herr Fundel  uns hier auf den Fildern auf Knien danken, dass wir ihn vor dem Schwachsinn des Baus einer zweiten Startbahn bewahrt haben, stattdessen wird mit der gleichen Überheblichkeit wie damals ein neues Zerstörungsszenario aus der Taufe gehoben und jedes Mal findet man bei geeigneter Suche Gutachter, die dies stützen“.

Nicht zuletzt wegen der bundesweiten Diskussion um das bürgerfremde Vorgehen bei der Planung des Projekts  Stuttgart 21 erwartet die SGF ein wesentlich sensibleres Vorgehen bei der Verplanung unserer Heimat, als es jetzt zum wiederholten Mal auf den Fildern vorgeführt wird.

Von: Gabi Visintin