Sonntag, 21. März 10

Schutzgemeinschaft Filder fordert sofortigen Stopp von Stuttgart 21

Die Stuttgart 21 Planungen sehen auf den Fildern zwei Bahnhöfe unter der Messe vor. Einen für die ICE Züge (Stuttgart – Ulm) und einen für die Regional- und Schnellbahnzüge der sogenannten Gäubahn. Dieser Bahnhof soll in die bereits bestehende S-Bahn-Station Flughafen integriert werden. Dafür müssen die Bahnsteige für die Regionalzüge deutlich abgesenkt werden. Eine Kombination ist gesetzlich nicht zulässig. Das Bundesverkehrsministerium widersprach daher im Oktober 2007 den Planungen der Filderbahnhöfe. Seither ruht das Verfahren. Dazuhin ist der bisher vorgesehene S-Bahntunnel zu schmal für den Fernverkehr und es fehlen Sicherheitsvorkehrungen wie z.B. Rettungswege. Und dabei geht es nicht nur um den Tunnel am Flughafen, sondern  um die gesamte S-Bahn-Strecke durch Echterdingen und Leinfelden hindurch.

Die „Schutzgemeinschaft Filder“ stellt fest:

-  Bis heute ist der, nach dem Hauptbahnhof schwierigste Abschnitt von Stuttgart 21, nämlich der Bereich „Messe, Flughafen, Filderbahnhof“, völlig in der Schwebe. Die Unklarheiten in diesem Abschnitt sind so groß, dass dort bis heute keine, –  zwingend vorgeschriebene –, öffentliche Erörterung stattgefunden hat, und damit liegt erst recht kein gültiger Planfeststellungsbeschluss vor, der Voraussetzung für einen Baubeginn wäre.
-   Die technischen Schwierigkeiten bedeuten, es muss  zeitaufwendig neu geplant werden, erst dann kann ein langwieriges Planfeststellungsverfahren eingeläutet werden. Nach den bisherigen Erfahrungen bei anderen Abschnitten zu Stuttgart 21 dauern diese Verfahren von der ersten öffentlichen Auslegung bis zu einem gerichtsfesten Planfeststellungsbeschluss 4 bis 5 Jahre.
-   Die gesamte Kostenplanung beruht auf Schätzungen des Jahres 2004. Seriöse Kostenaufstellungen würden die Gesamtkosten von Stuttgart 21 weit über die von den Planern angegebene „Schmerzgrenze“ von 4,5 Milliarden hinauftreiben, erst recht, wenn neue aufwändige Tunnel erforderlich würden.

Steffen Siegel, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Filder sagt dazu: „Kein Mensch darf auch nur ein Gartenhäuschen bauen, wenn z.B. nicht klar ist, wie und wohin das Abwasser abfließt, bei dem Riesenprojekt Stuttgart 21 dagegen gelten offensichtlich weder der gesunde Menschenverstand noch die übliche Bauregeln.  Die Planer haben vor, bereits im nächsten Jahr, mit dem Graben eines Tunnels vom Zentrum Stuttgarts hinauf auf die Filder zu beginnen.  Am anderen Ende des Tunnels ist dann allerdings nicht klar, ob und wie es weiter geht, ob die Bahnhöfe unter der Messe technisch so möglich sind, ob die Tunnelbauten genehmigungsfähig sind, und wie viel teurer alles wird. Man hofft darauf, dass dann die Sachzwänge irgendwelche bisher noch nie erteilte Sondergenehmigungen erzwingen.
Dass die unfähigen Planer kurz vor dem Offenbarungseid stehen,  ist umso unverständlicher, als die jetzt öffentlich gemachten Probleme seit Jahren bekannt sind.“

Die Schutzgemeinschaft Filder fordert deshalb:
Sofortiger Stopp von Stuttgart 21, bevor noch mehr Geld und Glaubwürdigkeit in den Sand gesetzt werden!

Von: Steffen Siegel

 

50 Jahre und kein bisschen leiser!