Schutzgemeinschaft Filder - Freitag, 22. Juni 2018
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Donnerstag, 14. Dezember 06

Presseerklärung zur 2. Startbahn

Neuhausen, den 14.12.2006

Der Flughafenmoloch macht von Mal zu Mal zerstörerischere Pläne

Flughafenchef Fundel wird laut Schutzgemeinschaft Filder immer anmaßender. Da sich die ersten Pläne einer Parallelbahn, wie zu erwarten war, nicht rechnen, wird bereits von einer „Überquerung“ der Autobahn gesprochen, die sich nur über enorme Landschaftsaufschüttungen realisieren lassen würde. Die Schutzgemeinschaft fordert Landesregierung und Politiker auf, den Wahnsinnsplänen des Flughafens Einhalt zu gebieten und nicht noch mehr Geld für landschafts- und umweltzerstörerische Pläne auszugeben.

Weil die bisher angedachten Ausbaupläne für eine 2. Startbahn nicht zu einem wirtschaftlichen Ergebnis führen, überlegen sich die Flughafenplaner nun eine neue Variante:
Die zweite Bahn soll, damit sich die Flugbewegungen auf den beiden Bahnen nicht so sehr stören, weit nach Osten über die Autobahn hinweg verschoben werden. Nach neuesten Aussagen soll dabei nicht die Autobahn in einen Tunnel tiefer gelegt werden, sondern die Start- und Landebahn soll über die bestehende A8 geführt werden.
Die jetzige Startbahn hat ein schwaches Gefälle nach Osten. Wenn man also ab etwa der Mitte dieser Bahn anfinge die fruchtbare Filderebene aufzufüllen, könnte man bei der Autobahn zu einem so hohen Berg kommen, dass diese mit Düsenjets überfahren werden könnte. Da die Autobahn selbst auf dem höchsten Grat der Filderebene verläuft, wären gigantische Erdaufschüttungen nötig. Der Name Filder-“ebene“ würde der Vergangenheit angehören.
Steffen Siegel, der Vorsitzende der SG Filder: „Allein durch die dortige, dann extrem hohe Lage der Start- und Landebahn -Bahn würden alle umliegenden Gemeinden in unvorstellbarer Weise von den startenden und landenden Flugzeugen zugedröhnt “.

Die Schutzgemeinschaft kritisiert die „wohlbekannte Salamitaktik“ des Flughafens: Noch im Frühjahr hieß es, man brauche unbedingt eine 2000 Meter lange zweite Start- und Landebahn nahe der bestehenden. Kurz darauf erfuhr die Öffentlichkeit davon, dass die 2. SL-Bahn jetzt doch 2500 Meter lang sein und seitlich von der bestehenden Bahn weiter weggerückt werden soll. Nun ist von einer deutlichen Verschiebung nach Osten und damit von einer Querung der Autobahn A8 die Rede.
Die SG Filder stellt die Flughafen-Pläne nicht allein aus bürger- und umweltfreundlichen Erwägungen in Frage, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen. Siegel: „Die neuesten rückläufigen Passagierzahlen belegen, wie leicht das Billigflug-Kartenhaus zusammenstürzen kann. Jetzt, wo nur eine Flugfirma das fragwürdige „Winterdrehkreuz“ an wenigen Tagen meidet, wackeln bereits die erwarteten Zuwachsraten“. Der künstlich aufgeblasene Billigflugverkehr ist nach Meinung der SG Filder wirtschaftlich ein höchst unsicheres Terrain.
Die SG Filder fordert: „Angesichts des Klimawandels, der uns weihnachtliche Höchsttemperaturen beschert, ist die Zeit reif, an unsere Nachkommen zu denken. Wir müssen endlich eine vernünftige Flugpolitik betreiben, also z.B.endlich eine Kerosinsteuer einführen und nicht für Partyflüge nach Mallorca werben“.
„Georg Fundels Machbarkeits-Wahn muss rasch Einhalt geboten werden, sonst kommt er als nächstes noch auf die Idee, wie in China bei Großprojekten praktiziert, ganze Ortschaften verlegen zu wollen“, meint Steffen Siegel sarkastisch.

 

 

 

Von: Steffen Siegel