Dienstag, 09. Februar 10

Messetunnel brüchig – was ist dann erst beim Flughafenbahnhof zu erwarten?

Die Schutzgemeinschaft Filder e.V. ist nicht erstaunt, dass die neue Messe erneut einen Sanierungsfall beklagt – der Messetunnel weist Risse auf, durch die Grundwasser sickert. Deshalb fordert die SG Filder einen Stopp der S-21-Bauarbeiten. Gabi Visintin, Pressesprecherin der SG Filder, erklärt: „Es kann nicht angehen, dass das Stuttgart 21-Projekt mit Pauken und Trompeten begonnen wird und auf den Fildern noch nicht einmal klar ist, wie die Planung des Flughafenbahnhofs aussieht, geschweige denn wieviel er kostet.“

Gabi Visintin moniert, dass die Schäden am Tunnel der Messe als normal, bzw. „nicht Außergewöhnlich“ bezeichnet werden und erinnert an die Geschichte des Messebaus, die von Schnellschüssen, Kostensenkungen auf `Teufel-komm-raus´ und Unglücken begleitet war: „Egal ob es sich um den tödlich verunglückten Kranfahrer, um die Eisenzieher, die um ihren angemessenen Lohn gebracht werden sollten oder zuletzt um herunter gebrochene Wandverschalungen am Tag der Eröffnung handelte, immer stand die Frage im Raum: Ist das eine Folge der herunter gerechneten Messekosten, die 806 Mio. Euro nicht überschreiten durften?“

Was wird die Filderbevölkerung erst beim Flughafen-Bahnhof erwarten, fragt die SG Filder, wenn man weiß, dass Bahnchef Grube es nur schaffte, die von den eigenen Bahnleuten für S21 veranschlagten Kosten von 4,9 Milliarden auf 4,1 Mrd. herunterzuschrauben, indem zum Beispiel bei den geplanten Stuttgarter Bahntunneln plötzlich Tunnelwände dünner konzipiert wurden, um 300 Millionen Kosten einzusparen. Der Verweis der Projektgesellschaft Neue Messe auf den Engelbergtunnel bei Ludwigsburg, der ebenfalls langwierig saniert werden musste, beruhigt die SG Filder keineswegs. Laut den Bahn- und Tunnelexperten Holzhey und Vieregg sind oftmals die nicht sachgemäßen, sprich kostengünstigeren Planungen der Tunnel an den aufwendigen nachträglichen Sanierungen schuld.
Die SG Filder fordert deshalb eine genaue Untersuchung der Messetunnelschäden, besonders unter der Fragestellung, ob die Tunnelwände aus Gründen der Kosteneinsparung dünner als notwendig, gebaut wurden. Zudem fordert die SG Filder die Deutsche Bahn, Land und Stadt auf, die Arbeit an S-21 auszusetzen und abzuwarten, was der Filderbahnhof an wirklichen Planungen und Kosten bringt.

Gabi Visintin verweist zum Schluss auf den unbefriedigenden Auftritt der Deutschen Bahn beim Gemeinderat Leinfelden-Echterdingen am 2. Februar 2010: „Herr Klingberg von der DB antwortete dort auf die Frage, mit welchen Kosten der Flughafenbahnhof in die S-21-Kostenrechnung eingegangen ist, dass dafür Standardzahlen verwendet wurden. Der Sanierungsfall Messetunnel zeigt aber, dass bei der geplanten Flughafenbaustelle nicht mit Standards gerechnet werden kann und keinesfalls an Tunnelwänden gespart werden darf.“

Von: Gabi Visintin

 

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