Montag, 11. Juli 05

Leserbrief zum Umgang mit Steuergeldern

“OB Klenk plädiert für Dialogbereitschaft”

 

 

Leserbrief zur Filderzeitung vom 11.07.2005 zum Aktionstag der Schutzgemeinschaft Filder.

 

“OB Klenk plädiert für Dialogbereitschaft”

 

Liest man die Berichterstattung zur Rede, und hat man vor allem diese selbst erlebt, dann fragt man sich, ob Herr Klenk als Sachwalter der Messegesellschaft bzw. des Flughafens, stellvertretend für die Herren Bauer und Fundel, sprach oder als Sachwalter der Bürger seiner Kommune, die von beiden Projekten besonders schwer belastet werden.

 

Da war die Rede von Arbeitsplätzen, die die Messe schaffen würde, nicht aber von denen, die dadurch in Sinsheim, und in anderen Kommunen vernichtet werden. Es war auch keine Rede davon, wie Herr Klenk gedenkt, mit dem Verkehrschaos fertig zu werden, welches Flughafendirektor Fundel im Falle der Aufnahme des Messebetriebes für den Filderraum angekkündigt hat. Es war auch nichts davon zu hören, wie die Menschen in L-E mit dem Höllenlärm fertig werden sollen, den mitten durch die Stadt brausende ICE-Züge bringen. Hierfür wäre eine Exkursion der Verwaltung und des Gemeinderates in einen der Orte, durch welche die ICE-Strecke z.B. von Augsburg nach München, führt, zumindest ebenso nützlich wie der kürzliche Ausflug nach Friedrichshafen, um dort die “Segnungen” einer Messe kennen zu lernen. Ich könnte da gern, aus eigener Anschauung, geeignete Studienorte nennen.

 

Da war ferner die Behauptung, der Flughafen müsse wachsen. (Punkt), aber keine Erkärung, warum ein Flughafen wachsen muss, das hätte mich mehr interessiert. Die Behauptung kennen wir von Herrn Fundel schon lange aber, es hat uns noch niemand das Naturgesetz erklären können, wonach das unabwendbar sei. Nach meinem Kenntnisstand ist es die Geschäftsleitung des Flughafens, die Ihren ganzen Geschäftssinn darauf richtet, eine Steigerung des Flugverkehrs herbeizuführen. Hier wird ja nicht ein bestehender, natürlicher, existenziell notwendiger Bedarf gedeckt, sondern mit, eigentlich unvernünftigen, Dumpingpreisen der Billig- und Touristikfliegerei, künstlich erzeugt. Beinahe jedes Kind weiß inzwischen, in welchem Umfang die Fliegerei zu unseren, immer bedrohlicher werdenden, Klimaproblemen beiträgt. Aber gerade die Politiker, die sich mit ihrem Amtseid verpflichtet haben, zum Wohl der Bürger zu wirken und Schaden abzuwenden, ignorieren genau dies. Herr Klenk ist ja diesbezüglich kein Einzelfall. Da wird allzu oft, meist unter dem Vorwand von Schaffung oder Erhalt von Arbeitsplätzen, dem Profit höhere Priorität eingeräumt, als dem Erhalt der Lebensbedingungen der Menschen. Wem aber nützen Arbeitsplätze in einer krankmachenden Umgebung? Ich frage mich manchmal, ob diejenigen unter unseren Lokalpolitikern, die offenbar so gar keine Probleme damit haben, diesen, schon jetzt extrem belasteten, Ballungsraum, immer noch weiter zuzubetonieren, wohl manchmal auch an Ihre eigene Gesundheit und die ihrer Kinder denken?

 

Karl-Heinz Schubert, Filderstadt

 

 

 

 

 

 

 

Von: Karl-Heinz Schubert

 

50 Jahre und kein bisschen leiser!