Mittwoch, 12. September 07

Lärmkartierungen des Umweltministeriums: Lärm auf den Fildern am Schlimmsten

Die „Schutzgemeinschaft Filder“ begrüßt die neuen Lärmkartierungen durch das LUBW (Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg), die Umweltministerin Tanja Gönner am 10. September 2007 veröffentlichte. Dabei ist das Ergebnis nicht überraschend, es zeigt, was alle längst wissen: Die Filderebene wird durch Lärm extrem belastet. Hauptverursacher ist der Flugverkehr. Und dieser wird auch noch völlig unzureichend bewertet. Nachts fliegen z.B. weniger Flugzeuge, das heißt, der gemittelte Lärmpegel klingt relativ erträglich. Dennoch können wenige laute Schallereignisse, die regelmäßig die Tiefschlafphase  unterbrechen,  Menschen ernsthaft krankmachen.
Umweltministerin Tanja Gönner will nun Millionen dafür einsetzen, um an den besonders stark betroffenen Gebieten Lärmaktionspläne zur Minderung der Lärmbelastung ausarbeiten zu lassen. 
Wir begrüßen die Initiative der Ministerin und verweisen allerdings  auf Lärmminderungsvorschläge, die die  Schutzgemeinschaft Filder seit langem fordert.
Steffen Siegel, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Filder meint sarkastisch:
„Das Ergebnis der Landesregierung wird vermutlich sein, dass die Leute die Auflage bekommen, nur noch leise Rasenmäher zu benutzen, dagegen darf  Flughafendirektor Fundel ungestraft weiter von einer zweiten Startbahn für Billigflieger schwärmen, vom Verdoppeln des Flugaufkommens und von einer Aufweichung des (eingeschränkten) Nachtflugverbots. Das ist absurdes Theater! Wann endlich pfeift Herr Oettinger seinen Angestellten Fundel zurück?“

Fluglärm erhöht unser Krankheitsrisiko enorm. Dies geht so weit, dass, wie Frau Gönner bestätigte,  allein 2,5 Prozent aller tödlichen Herzinfarkte auf Lärmbelastung zurückgehen.
Zur Einschulung vieler Kinder auf den Fildern erinnert die Schutzgemeinschaft auch an eine Aussage der Umweltministerin Tanja Gönner aus dem letzten Jahr.  In einer Antwort auf eine kleine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Ulrich Noll vom 14.6.2006 zum Thema „Schutz vor Fluglärm am Stuttgarter Flughafen“ sagte sie wörtlich:

Neuerdings befasst sich die Forschung auch mit einer möglichen Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten von Kindern (z. B. Leseleistungen, bestimmten Erinnerungs- und Wiedererkennungsleistungen) durch Fluglärm. Dabei konnte gezeigt werden, dass chronische Fluglärmbelastungen bei Kindern zu einer Beeinträchtigung dieser Fähigkeiten führen können.

Wer dies zu Ende denkt, muss zu dem Ergebnis kommen, dass es unsere Kinder hier auf den Fildern  in der Schule schwerer haben werden.
Sagt man ihnen dies beim Einschulen?
Durch eine zweite Startbahn würden diese Unterschiede verstärkt.
Fazit der Schutzgemeinschaft: Eine zweite Startbahn ist vorsätzliche Körperverletzung!

Von: Gabi Visintin

 

50 Jahre und kein bisschen leiser!