Dienstag, 18. Juli 06

Flughafen Passagierzahl steigt um 12,7 %

Zu Stuttgarter Nachrichten vom 13.07.2006, von Andrea Wagner

“Wir sind weiter in der absoluten Speerspitze der deutschen Flugh�fen”, schw�rmt Flughafendirektor Georg Fundel und erwartet bis zum Jahresende 10,5 Mill. Passagiere, wobei das Wachstum weiterhin von den Billigflug- unternehmen verursacht werde.

Diese Entwicklung ist aber kein unabwendbares Naturereignis, sondern wird von ihm selbst, durch gezieltes Anwerben von Billig- und Charterfluglinien, herbeigef�hrt. Da� dann mehr geflogen wird und auch Gesch�ftsreisende von teueren Linienfl�gen umsteigen, sobald die gleichen Ziele auch bil-liger angeboten werden, ist nur logisch.

 

Nun ist billig fliegen zu k�nnen kein menschliches Grundbed�rfnis, aber dagegen das Atmen von sauberer Luft oder schlafen k�nnen ohne krankmachenden L�rm. Ist es ein Zufall, wenn die Umweltministerin anl��lich der Er�ffnung des ersten L�rmkongre�es am 13.07.06 in Leinfelden-Echterdingen erkl�rte, L�rm sei nicht nur l�stig, sondern nachweislich gesundheitssch�dlich, wenn er negativ empfunden werde? Deshalb verlangen die vom Flugl�rm gequ�lten Menschen hier auf den Fildern eine Reduzierung der bestehenden Belastungen und keine weitere Steigerung, zumal mit steigendem Flugverkehr ja auch die ebenso unertr�glich gewordene Belastung durch den Stra�enverkehr verbunden ist.

 

Es stellt sich also die Frage nach dem Grund f�r die unabl�ssigen Anstrengungen der FGS, den Flugverkehr immer weiter zu steigern? Herr Fundel kann, als Gesch�ftsf�hrer der FGS, nur die Unternehmensziele umsetzen, denen die Gesellschafter zumindest zustimmen oder die sie selbst vorgeben. Gesellschafter aber sind bekanntlich die Landesregierung f�r das Land B/W, sowie die Stadt Stuttgart. Und wem n�tzt nun das alles? Zuerst einmal dienen die Billig- und Charterfl�ge doch wohl dem Profit der Fluggesellschaften, sonst t�ten sie es nicht! Dem Profit der FGS dient es kaum, m��te sie doch den Ausbau finanzieren, und au�erdem belastet, nach eigenem Bekunden von Herrn Fundel, der Preisdruck der Billigflieger das Gesch�ftsergebnis des Flughafens. Eine echte Zunahme an Arbeitspl�tzen, zugunsten der Allgemeinheit, gibt es, aufgrund des kostenbedingten Rationalisierungsdrucks, ebenfalls nicht.

 

Aber, und sicher nicht zuletzt, bediente ein ausgebauter Flughafen wohl den Geltungstrieb einiger Politiker, die offenbar der Meinung sind, eine “Europ�ische Metropolregion” brauche auch einen gr��eren Flughafen, ebenso wie einen futuristischen Bahnhof “Stuttgart 21″, oder eine gro�e Landesmesse, auch ohne echten Bedarf f�r dies alles.

 

Interessant ist es auch, einmal die Gegenfrage zu stellen n�mlich, wem w�rde denn welcher Schaden
entstehen, wenn es von Stuttgart aus keine Billig- und Charterfl�ge g�be? Es h�tte, im Gegenteil, sogar viele Vorteile.

 

Mit dem Verzicht auf einen Flughafenausbau w�rde viel Geld gespart, da� besser f�r den, von der Regierung doch versprochenen Schuldenabbau verwendet werden k�nnte.

 

Die f�r den Ausbau notwendigen Fl�chen w�rden nicht versiegelt

 

Der unertr�gliche L�rm auf den Fildern w�rde wieder reduziert

 

Der mit dem Flugverkehr verbundene Stra�enverkehr w�rde ebenfalls reduziert

 

Darf denn Unternehmensprofit oder das Prestigebed�rfnis von PolitikernVorrang haben vor Ge
sundheit und Leben der Menschen haben? Hat nicht jeder Unternehmer, besonders aber jeder Politiker, auch eine soziale Verantwortung?

Was sollen da Aussagen wie die des B�rgermeister Jahn, von Denkendorf, das Ma� an Bel�stigung f�r die etwa 200 Tsd. Filderbewohner sei zwar voll, aber trotzdem m��e der Flughafen Perspektiven suchen?

 

Und hei�t nicht die nur bedingte Ablehnung der Ausbaupl�ne, wie sie der Kommunale Arbeitskreis  Filder (KAF) mit der Einschr�nkung “nach derzeitigem Kenntnisstand”, formuliert hat, letzlich, da� man sich auch eine noch st�rkere Belastung des Lebensraumes Filder vorstellen kann? “Wenn das keine Meisterleistung einer eingespielten Crew gewesen ist!” Dieser Schlu�satz der Autorin des Artikels, Andrea Wagner, kann nur unterstrichen werden.

 

 

Von: Gabi Visintin

 

50 Jahre und kein bisschen leiser!