Dienstag, 23. Oktober 12

Filderbahnhof und Brandschutz - Appell und Leserbrief an die SN vom Bahnexperten Prof. Dipl. Ing. Bodack

 

Liebe Kämpfer/innen für eine lebenswerte Stadt!

Elf Jahre lang hat die DB AG die Flughafen-Bahnanlagen geplant, 
mit einem Konzept, das nach Ansicht von Bahnexperten nie genehmigungsfähig war, das einzig dem Ziel geschuldet war, der Öffentlichkeit unrealistisch niedrige Baukosten vorzutäuschen.

Nun, nachdem des Eba die Genehmigung, ja sogar die Annahme dieser Pläne verweigert, sieht sich die DB AG -- nach zehn Jahren täuschendem Agierens! - veranlasst, realistisch zu planen, mit der Absicht, dass das Argument "Verbesserungen" nun Politiker veranlasst, weitere hunderte Millionen unserer Steuern hier zu versenken.... zu Lasten unserer Kinder und Enkel, die die gehäuften Schuldenberge abtragen sollen!

Es ist ganz dringend,
ja wir sind verpflichtet,
dagegen zu kämpfen!

Karl-Dieter Bodack



Sein Leserbrief an die Stuttgarter Nachrichten:

In der aktuellen Diskussion scheint vergessen zu werden, dass die DB AG seit 11 Jahren die Bahnanlagen auf den Fildern plant mit einem Konzept, dass nach Überzeugung von Bahnexperten nie genehmigungsfähig war: Die S-Bahn sollte im Flughafenbahnhof auf eingleisigen Betrieb zurückgebaut werden, ebenso die Filderstrecke, die ein jetziges S-Bahn-Bahnsteiggleis erhalten sollte. Damit entstehen aus zweigleisigen Strecken gerade in einem wichtigen Bahnhof eingleisige Anlagen, in denen die Züge in beiden Richtungen halten müssen. Ein solcher Rückbau erscheint nach dem Allgemeinen Eisenbahngesetz unter den gegebenen Umständen nicht genehmigungsfähig. Das Eba hat über ein Jahrzehnt lang (!) alle solchen Pläne und auch ein entsprechendes Gutachten zurückgewiesen und sich geweigert, das öffentliche Anhörungsverfahren zu einzuleiten. Seit einem Jahrzehnt ist überfällig einen genehmigungsfähigen Bahnhof zu planen und nun sollen die Steuerzahler die Mehrkosten tragen. Die sollten sagen: Wir fühlen uns bei den Kostenrechnungen hintergangen, wenn dabei Rückbaumaßnahmen geplant werden, die gar nicht genehmigungsfähig sind. Dafür, für diese Hinterlist, kommen wir nicht auf!

Das gleiche gilt für den Brandschutz: Schon der Personenstromanalyse unterstellte die DB AG nur maximal 32 Züge je Stunde und erfuhr von den beauftragten Experten, dass es im Normalbetrieb gravierende Engpässe im Fahrgastfluss des Tiefbahnhofs gibt. Trotzdem behauptet die DB, es könnten 49 Züge je Stunde verkehren -- wohl wissend dass die Sicherheit im Katastrophenfall völlig unzureichend sein muss. Auch hier fühlen wir Bürger uns getäuscht: Die Verantwortung trägt die DB AG, die offensichtlich wichtige Erkenntnisse geheim hält und wider besseres Wissen behauptet, die Anlagen könnten für 4,5 Milliarden gebaut werden.

Prof. Dipl.Ing. Karl-Dieter Bodack, Gröbenzell


 

50 Jahre und kein bisschen leiser!