Dienstag, 31. August 04

Filder Zeitung: "Messe macht die Filder f�r Investoren interessanter "

Quelle: Filder Zeitung 30.8.04

 

W�hrend sich Leinfelden-Echterdingen erst neu orientieren muss, lockt die Nachbarkommune Filderstadt mit attraktivem Bauland

 

Filder. Der Bau der neuen Messe auf den Fildern erh�ht den Druck auf den Grundst�cksmarkt. Hotelbetreiber und Dienstleistungsunternehmen wollen sich rund um den Flughafen ansiedeln, aber auch die ohnehin gro�e Nachfrage nach Wohnraum wird kaum nachlassen. Der Strukturwandel trifft insbesondere L.-E. unvorbereitet: Die selbst ernannte “Wohlf�hlstadt” im Stuttgarter Speckg�rtel st��t an ihre Wachstumsgrenzen.

 

Das Mittel, um das Dr�ngen und Werben potenzieller Investoren zu kanalisieren, hei�t Fl�chennutzungsplan. Dort wird die k�nftige m�gliche Nutzung von noch vorhandenen Freifl�chen definiert. Nachdem durch die Messe beim Flughafen eigene st�dtische �berlegungen f�r ein Gewerbegebiet an dieser Stelle endg�ltig ad acta gelegt werden k�nnen, r�cken andere Gebiete verst�rkt in den Mittelpunkt des Interesses. Allein f�r den Stadtteil Leinfelden weist der aktuelle Fl�chennutzungsplan 38 Hektar Gewerbeland (�berwiegend entlang der Autobahn) sowie 24 Hektar Wohnbaufl�che aus. In den anderen Stadtteilen plant man eher bescheiden: Echterdingen werden rund acht Hektar f�rs Wohnen und 13,5 Hektar f�r Gewerbe zugestanden, in Musberg bleibt der Schwerpunkt auf Wohnungsbau (7,7 Hektar), in Stetten sind 4,5 Hektar f�r Wohnungen und 7,7 Hektar Gewerbefl�che vorgesehen.

 

In L.-E. wird auch ein weiteres Anziehen der Grundst�ckspreise erwartet, was sich insbesondere zulasten junger Familien und mittelst�ndischer Familienunternehmen auswirken k�nnte: Preise von 1000 Euro pro Quadratmeter sind schlie�lich kein Pappenstiel.

 

Dass die Messe nicht spurlos an der Stadtentwicklungspolitik vor�bergeht, wei� auch der Pressesprecher von Leinfelden-Echterdingen, Klaus-Peter Wagner: “Unsere bisherigen Planungen beruhten auf Grund der politischen Vorgaben durch den Gemeinderat auf der Annahme, dass die Messe nicht kommt.” Jetzt hei�t es umsteuern, die ungeliebten Begleiterscheinungen der Ausstellungswelt akzeptieren und das Beste aus der Situation zu machen. Kritiker warnen, man d�rfe die Messe nicht ausgrenzen “wie seinerzeit auch den Flughafen”.

 

Anders die Situation im benachbarten Filderstadt: dort standen potenzielle Investoren bereits nach dem Urteil des Leipziger Bundesverwaltungsgerichts zur Regionalplan�nderung schlagartig auf der Matte, berichtet der Erste B�rgermeister Dieter Lentz. Dementsprechend hat sich die Kommune planerisch pr�pariert. F�r die Gewanne Augenloch, Affelter und im Bereich Flughafen-S�d liegen bereits Bebauungspl�ne f�r Gewerbegebiete in der Gr��enordnung von 15 bis 20 Hektar vor. “Wir waren politisch nicht in unserem Handeln beschr�nkt”, beschreibt Lentz das Plus gegen�ber der Nachbarkommune.

 

Die Bandbreite der Interessenten reicht von Hotels �ber Messebau-Unternehmen bis zu Betrieben aus dem Bereich der Informationstechnologie. Vor allem die Hotellerie wittert auf den Fildern das gro�e Gesch�ft durch Messekundschaft und Ausstellungsmacher. Dagegen stehen im Filderst�dter Fl�chennutzungsplan nur noch zirka drei Hektar f�r Wohnungsbau zur Verf�gung.

 

Lentz glaubt nicht, dass das Ende der Fahnenstange schon erreicht ist: “Der Standort Filderregion wird aufgrund seiner guten Infrastruktur mit Flughafen, Autobahn, S-Bahn, Messe und wom�glich auch noch Stuttgart21 in den n�chsten Jahren vor allem f�r die Wirtschaft weiterhin interessant bleiben.”

Thomas Braun

 

Von: Thomas Braun

 

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