Sonntag, 14. Oktober 12

Die Schutzgemeinschaft kritisiert die aktuelle S21 Filderplanung scharf

Zum Filderdialog:
Das kaum ertwartete Dialogergebnis: kein Mischverkehr durch L.-E., Erhalt der bestehenden Gäubahnführung über Vaihingen wurde im Handstreich vom Tisch gewischt.  Ebenso die Alternative eines S-Bahn-Ringschlusses über die Filder.
Statt dessen verkaufen die Projektbetreiber (Bahn, Land, Region, Stadt und Flughafen) den "Dialog" als Erfolg und behaupten, ihre neuen Pläne seien das tolle Ergebnis einer Bürgerbeteiligung.
Sie planen, den bisher angedachten schräg in 27 Meter unter der Messe liegenden Fernbahnhof zu drehen und unwesentlich näher an den Flughafen zu rücken und die Gäubahn dort einzufädeln.

Herr Bitzer (SSB und Adlatus von Fricke) sagte kürzlich, die ersten Pläne mit Kostenschätzungen würden bis 15. Oktober fertig sein, unklar ist ob sie da veröffentlicht werden. Der Lenkungskreis (Projektbetreiber)  trifft sich am 22.Oktober.
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Stichworte zu den neuen Filder-Bahnhofsplänen:

  • Die Gäubahn soll über den Flughafen geführt werden und nicht direkt über Vaihingen funktionstüchtig erhalten bleiben.
  • der Mischverkehr (S-Bahn - Gäubahn) durch L.-E. bleibt erhalten
  • für den Tunnelteil vor dem Flughafen,- der mit der Ausnahmegenehmigung-, muss ein neuer (zweispuriger?) Tunnel zum Fernbahnhof gebaut werden.
  • der neue Fernbahnhof soll doppelstöckig (18m) unter der Flughafenrandstraße liegen; er ist immer noch 150m bis 200m  vom Terminal-S-Bahnhof entfernt.
  • im Fernbahnhof fahren außer den bisher geplanten Zügen aus Ulm und Tübingen dann auch noch die Gäubahnzüge. Der VCD sagt, dies sei bahnbetrieblich höchst problematisch. Der ohnehin getrickste Stresstest müsste für den Filderabschnitt neu gemacht werden.
  • während des Baus dieses Bahnhofs unter der Flughafenrandstraße wird es beim Flughafenzubringerverkehr zu extremen Engpässen kommen. 
  • vom Fernbahnhof zum Filderaufstiegstunnel wird eine deutlich größere Schleife (zweispurig?) um die Messe herum nötig. Das bedeutet viel neuer Landverbrauch und mehr Kosten.
  • Insgesamt wird es den Kostendeckel zum wiederholten Mal endgültig sprengen.
  • die ca., 30 Millionen, die bereits beim Messebau für den tiefen Fernbahnhof bei den Messefundamenten eingeplant wurden, kann man in den Wind schreiben.
  • auf Plieninger Seite werden Ausgleichsmaßnahmen für die Messe, sog. Trittsteine, in Anspruch genommen. Ein weiterer Ausgleich auf den Fildern ist nicht möglich. Das ohnehin fragwürdige Trittsteinkonzept wird hinfällig.


Wenn der Planungsabschnitt 1.3 in zwei Teilen geplant und gebaut wird, d.h. wenn die Rohrer Kurve und die Flughafenanschlüsse erst gebaut werden, wenn alles andere von S 21 fertig ist, dann ergeben sich über viele Jahre ganz neue Probleme:

  • das "hochgepriesene", eigentlich miserable S 21 Konzept ist ein Torso.
  • die Gäubahn muss in Vaihingen enden, sie kommt ja weder zum Flughafen noch in den Stuttgarter Tiefbahnhof. In Vaihingen muss man in die S-Bahn umsteigen. Also braucht man dort einen neuen Bahnsteig. Dies fordern wir aus anderen Gründen schon lang.
    Es gibt keine direkte Verbindung Stuttgart-Zürich mehr.
  • alle Züge von und nach Ulm und Tübingen fahren ohne Halt am Flughafen vorbei.
    Die Tübinger zweigen ohne Halt in Wendlingen zum Flughafen ab, kommen also nicht nach Wendlingen, Plochingen und Esslingen und  rauschen dann  auch noch am Flughafen vorbei.
Von: Steffen Siegel

 

50 Jahre und kein bisschen leiser!