Die Entwicklung auf den Fildern wird dramatisch!
Durch die Verlegung der Killesbergmesse auf die Fildern, die Anstrengungen des
Flughafens, den Flugverkehr weiter zu steigern, die Immobilienspekulation in
weiteren Gewerbe- und Wohnungsfl�chen, die Ausdehnung der Universit�t zu einem
Wissenschaftspark sowie durch weiteren Stra�enbau, werden die Lebensbedingun-
gen f�r die hier lebenden Menschen zunehmend zerst�rt. Zynisch ist es da, da�
der Verband Region Stuttgart gleichzeitig an einem Programm arbeitet, das er
“Ma�nahmen gegen kommunalen Fl�chenfra�” nennt und darin erkl�rt, da� in der
Region zuviel Fl�chen versiegelt werden! Die Versiegelung der Filder entschuldigt
man aber damit, da� es sich nun einmal um einen wirtschaftsstarken Ballungsraum
handele. Praktisch hei�t das, da� die Menschen in diesem Raum kein Recht mehr
auf ein unbeschadetes Leben haben!
Fast t�glich erscheinen in den Medien Horrormeldungen zu diesen Themen. Alles
was die Messegegner an Gegenargumenten in’s Feld gef�hrt haben, best�tigt sich
nach und nach. Flughafendirektor Fundel best�tigt mit seinen �u�erungen: “An
Messetagen droht am Flughafen das Chaos”, s. Stgt. Ztg. vom 14.05.05. da� die
N�he zwischen Flughafen und Messe mehr Nachteile als Vorteile hat. Er hatte
bereits vor Jahren davor gewarnt und ge�u�ert, da� so viele Stra�en gar nicht
gebaut werden k�nnten, um ein Chaos zwischen Messe- und Flughafenverkehr zu
verhindern. Diese Behauptung durfte er seinerzeit, vor der Messebaugenehmi-
gung, offenkundig nicht wiederholen. Jetzt, wo man sich mit dem Messebau si-
cher w�hnt, darf er es wieder sagen, denn jetzt soll es ja zur Begr�ndung f�r
Stuttgart 21 und den Filderbahnhof dienen!
Seit Jahren liegt die Schadstoffbelastung auf den Fildern, entlang der BAB,
weit �ber den zul�ssigen H�chstgrenzen liegt, und dies bereits ohne Messever-
kehr und steigende Fluggastzahlen, s. Emissionskataster des Landes. Dazu kommt
die permanente Zunahme des allgemeinen Stra�enverkehrs. Aber alle diese ei-
gentlichen Ausschlu�faktoren gegen einen Messebau an diesem Standort wurden
vom (angeblich unbefangenen Regierungspr�sidium) im Messegenehmigungsverfahren
als nicht relevant bezeichnet bzw. dem sogenannten Allgemeinwohl, dem das Mes-
seprojekt angeblich dient, untergeordnet. Hier ist zu hoffen, da� das neu ge-
schaffene EU-Klagerecht der B�rger eine �nderung bewirkt. Dann k�nnte es pas-
sieren, da� jetzt, unter enormen finanziellen Belastungen der �ffentlichen
Haushalte, eine Messe gebaut wird, die nach ihrer Fertigstellung nicht in Be-
trieb gehen darf! Wer tr�gt daf�r die Verantwortung?
Weiterhin ungel�st ist die Frage, wie das alles, Messeneubau, Stuttgart 21,
Flughafenerweiterung, weitere Stra�en, �ffentlicher Nahverkehr, finanziert
werden soll. Noch nicht einmal f�r die neue Messe ist die Finanzierung gere-
gelt, denn inzwischen ist klar, da� der anteilige Beitrag der Wirtschaft (und
kein Mensch kann genau sagen, wer damit eigentlich gemeint ist) der angeblich
40 Mill. EURO betragen sollte, eine “Luftbuchung” war. Der angebliche H�chst-
betrag von 806 Mill. EURO f�r das Projekt, kann allein aufgrund der inzwischen
eingetretenen �l- und Stahlpreiserh�hungen bereits jetzt nicht mehr eingehal-
ten werden. Aus gutem Grund wird das Thema vorl�ufig totgeschwiegen. Erst sol-
len, durch einen schnellen Baufortschritt m�glichst unumkehrbare Tatsachen ge-
schaffen werden, bevor das zu erwartende finanzielle Desaster bekannt wird.
Hier sei auch an die neue Messe Karlsruhe erinnert, die schlie�lich auch mehr
als 3x so teuer wurde, wie urspr�nglich angegben.
Dabei sind aber Kommunen, Land und Bund schon jetzt de facto pleite. Selbst
elementare Dienstleistungen bzw. soziale Aufgaben k�nnen nicht mehr geleistet
werden oder werden gek�rzt. Trotzdem werden f�r Prestigeprojekte weiter beden-
kenlos Schulden gemacht! Die simple Behauptung, man sorge damit f�r Arbeits-
pl�tze, sollten wir unseren Kommunlal- und Landespolitikern nicht mehr abneh-
men, solange sie es nicht beweisen.
Da� eher das Gegenteil zutrifft, belegt der Artikel von J�rg Nauke, Stgt. Ztg.
am 11.04.05, “Messe wirbt in eigener Sache”. Da wird von einer Marketingkampa-
gne der Stuttgarter Messegesellschaft berichtet , f�r die ein Etat von 4 Mil-
lionen EURO! (Steuergelder) bereitgestellt wurde, um f�r die Fildermesse Aus-
steller zu suchen und diese bei anderen Messepl�tzen “kreativ abzuwerben”. Mu�
man sich da nicht fragen, was denn jetzt los ist? Wurde nicht der Messeneubau
stets damit begr�ndet, da� die Killesbergmesse aus allen N�hten platzt und
sich vor Anfragen von interessierten Ausstellern kaum retten k�nne? Was also
von zahlreichen Fachleuten gesagt wurde, best�tigt die Messe Stuttgart jetzt
selbst, n�mlich, da� es den behaupteten Bedarf f�r diese Messe tats�chlich gar
nicht gibt.
Wenn es die Landesregierung, unter ihrem neuen Ministerpr�sidenten, mit dem
Sparen ernst meint, dann sollte sie mit einem Verzicht auf ihre Prestigepro-
jekte, Neue Messe und Stuttgart 21, jetzt den Anfang machen. Noch immer w�re
mit einem sofortigen Stop beim Bau der neuen Messe Geld zu sparen und die son-
stigen, damit verbundenen negativen Auswirkungen zu vermeiden.
Der Landtagswahlkampf liegt vor uns und wir, die B�rger und Steuerzahler, ha-
ben es jetzt in der Hand, keine Abgeordneten in den neuen Landtag zu w�hlen,
die sich nicht von der bisherigen Politik der bedenkenlosen Zerst�rung von Le-
bensraum und von dem ebenso bedenkenlosen Schuldenmachen abkehren.

