Dienstag, 08. März 11

Deutsche Bahn bereit zu Vorgesprächen auf den Fildern

Die Schutzgemeinschaft Filder sieht die Möglichkeit ein öffentliches und offenes Verfahren dem Baugenehmigungsverfahren vorzuschalten. Nach 16 Jahren S21-Planung besteht zum ersten Mal die Möglichkeit der Mitsprache.

Das Streitgespräch zwischen dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn Eckart Fricke und dem Vorsitzenden des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag, Winfried Hermann, bestärkte die Organisatoren der Schutzgemeinschaft Filder in ihrer Auffassung:
Der Filderabschnitt des Projekts Stuttgart 21 ist grob fehlerhaft und nicht reif für ein Planfeststellungsverfahren.

Aus den Schlichtungsgesprächen in Stuttgart waren mehrere Hausaufgaben für die DB hervorgegangen. Mindestens zwei davon haben direkten Einfluss auf den Planabschnitt 1.3 auf den Fildern, der bis heute keine Baugenehmigung hat und dessen Erörterung in jedem Fall noch aussteht:
1. Erhalt und Nutzung der oberirdischen sog. Gäubahn über Herrenberg und Stgt-Vaihingen in den Talkessel und
2. der Stresstest, der die Fahrplantauglichkeit beweisen soll, auch auf der S-Bahnstrecke durch Leinfelden-Echterdingen.

Fricke konnte keine konkreten Überlegungen zur Gäubahn präsentieren, zeigte jedoch Gesprächsbereitschaft. Auf Schlichterspruch und Stresstest „gelte es zu reagieren“. Die Übergänge zwischen den Planabschnitten müssten ausgeformt werden, er sprach davon „die Stecker zu ordnen“. Von Steffen Siegel, dem Vorsitzenden der Schutzgemeinschaft, auf das Planfeststellungsverfahren angesprochen, antwortete er ausweichend. Dieses werde nach dem „Stresstest und eventuell erforderlichen Änderungen im Herbst“ beginnen. Hermann stellte den Zusammenhang zwischen der Tieferlegung des Bahnhofs im Talkessel und den Engpässen auf den Zulaufstrecken, gerade auch um den Flughafen-Fernbahnhof herum her.

Die Schutzgemeinschaft sieht sich nun bestätigt in ihrer Forderung nach einem Variantencheck vor dem eigentlichen Planfeststellungsverfahren. Auf den Fildern besteht nach 16 Jahren S21-Planung zum ersten Mal die Möglichkeit eines öffentlichen und ergebnisoffenen Prozesses. Zusammen mit der Filderbevölkerung muss die DB ein Interesse daran haben, den Schienenverkehr auf den Fildern neu zu denken und kann nicht mit veralteten und überholten Plänen einen Bauantrag stellen. Eine Variante ohne den ebenfalls unterirdischen Fernbahnhof am Flughafen, den Fricke übrigens ausschließlich der Politik in die Schuhe schob, gehört dazu.
Ein Werkstattbericht über den Stresstest, die Einbindung der Kommune und der Bürgerinitiative wären vertrauensbildende Maßnahmen - die Aussetzung der Baumaßnahmen bis dahin die logische Konsequenz.
Ingrid Grischtschenko
stv. Vors. Schutzgemeinschaft Filder


Von: Ingrid Grischtschenko

 

50 Jahre und kein bisschen leiser!