Mittwoch, 05. Dezember 12

Bundesweite Demonstrationen für ein generelles Nachflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr

An vielen deutschen Flughäfen wurden am Samstag, 24. November 2012 zum zweiten Mal zeitgleich Demonstrationen gegen Fluglärm und für Nachtflugverbote durchgeführt. Wie der Präsident der Bundevereinigung gegen Fluglärm, Helmut Breidenbach, in Köln mitteilte, haben die größten Aktionen in Berlin, Frankfurt und München stattgefunden.

Bereits am Samstag zuvor hat es eine Groß-Demo am Köln/Bonner Flughafen für ein erweitertes Nachtflugverbot gegeben. In Berlin startete um 14 Uhr ein Protestzug vom Potsdamer Platz durch die Innenstadt zur SPD-Parteizentrale in der Stresemannstraße, wo die Abschlusskundgebung stattfand. In der Kritik stand hier besonders die Fehlplanung des Flughafens BER, die Bestimmung der Flugrouten und ein unzureichendes Nachflugverbot.

In München versammelte man sich zeitgleich vor der CSU-Zentrale in der Nymphenburger Straße unter dem Motto: „Jetzt is amal a Ruh – CSU!“. Dies beinhaltet die Forderung nach einem Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr und die Respektierung des Bürgerentscheids von München gegen die 3. Startbahn.

In Frankfurt werden in den Städten und Kommunen rund um den Flughafen 30-40 Brücken mit Protest-Bannern behangen. Der Protest richtet sich gegen die neu erbaute vierte Bahn - auch hier wird ein weitergehendes Nachtflugverbot gefordert.

Es sollen nahezu zeitgleich auch Demonstrationen in London, Brüssel und Paris stattgefunden haben.

In Deutschland, hier vor allem in München, stand Verkehrsminister Ramsauer in der Kritik. Dieser hatte erst vor zwei Wochen ein Handbuch zur besseren Bürgerbeteiligung bei großen Verkehrsprojekten vorgestellt, in dem mehr Transparenz und Rücksicht gefordert wird, betreibt aber selbst eher eine Flughafenpolitik nach Gutsherrenart und lässt sich von der Luftverkehrslobby vorführen, so der Präsident der Bundesvereinigung gegen Fluglärm Helmut Breidenbach. Ramsauer versagt vor allem bei der Durchsetzung ausreichender Nachtflugbeschränkungen an hoch belasteten Flughäfen. Einige von ihnen haben bereits ihre Umweltkapazität überschritten. Wer den Unternehmen an den Flughäfen Planungssicherheit geben will, hat auch die verdammte Pflicht in gleicher Weise die Gesundheit für den Lebensraum der dort lebenden Menschen zu schützen. So der Tenor der meisten Sprecher, wie die Landtagsabgeordneten Manfred Pointner und Christian Magerl und die Sprecherin des Aktionsbündnisses AufgeMUCt, Helga Stiegelmeier.

Von: Rolf Keck-Michaeli

 

50 Jahre und kein bisschen leiser!