Mittwoch, 08. Mai 13

Baumpflanzung zu Ehren von Liesel Hartenstein

Steffen Siegel bei seiner Ansprache, im Hintergrund Eberhard Hartenstein

Ingrid Grischtschenko, Stellvertretende Vorsitzende des Schutzgemeinschaft

Hans-Peter Becker, Vorstand Schutzgemeinschaft

Zum Gedenken an die kürzlich verstorbenen Ehrenvorsitzenden der Schutzgemeinschaft, Dr. Liesel Hartenstein, wurde im Beisein vieler Wegbegleiter und Ihrem Ehemann Eberhard und Ihrer Tochter Andrea in den Gärtlesäcker in Echterdingen ein Wildapfelbaum gepflanzt. Steffen Siegel, der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Filder erinnerte an das Lebenswerk von Liesel.

Der Wildapfelbaum, Baum des Jahres 2013 (http://baum-des-jahres.de/index.php),  ist eine Spende anlässlich der Gedenkfeier zum Tod von Dr. Liesel Hartenstein am 1. März dieses Jahres. Die engagierte Umweltschützerin hat die Schutzgemeinschaft gegen Großflughafen Stuttgart e.V., die sich 1994 in Schutzgemeinschaft Filder umbenannte, 1967 mitgegründet und war von 1969 bis 1994 ihre Vorsitzende. Als Liesel Hartenstein 1994 der nächsten Generation das Ruder der Schutzgemeinschaft übergab, wählten sie die Mitglieder der Schutzgemeinschaft zu ihrer Ehrenvorsitzenden. Bis zu ihrem Tod regte sie Diskussionen an, knüpfte das Netzwerk von Ökologie und Filderschutz, schlug öffentlichkeitswirksame Aktionen vor und war, wenn immer es ging, vorne mit dabei. Die beiden Vorsitzenden Gabi Visintin (1994 - 2005) und Steffen Siegel, heutiger Vorsitzender der SG Filder: "Wir danken einer geradlinigen, großen Kämpferin für Natur und Umwelt - auch im Namen unserer Kinder!"

Dank gebührt der Stadt Leinfelden-Echterdingen, die den Platz auf einer Baumwiese in den Gärtlesäcker, einer Ausgleichsfläche für zurückliegende Baumaßnahmen, zur Verfügung gestellt hat. Ebenso der Gärtnerei Hess aus LE für die Baumspende. 

 

Nachfolgend die komplette Rede von Steffen Siegel: 

Pflanzung eines Wildapfelbaums

zu Ehren von Liesel Hartenstein am 8.5.2013

Wir wollen mit diesem Wildapfelbaum  unsere großartige Liesel Hartenstein ehren und in Erinnerung halten.

Wie könnte man dies passender tun, als mit einem lebendigen Naturdenkmal?   Eine Frau, die sich zeitlebens für die Natur und Umwelt eingesetzt hat, die über Jahrzehnte für jeden Quadratmeter Filderboden gekämpft hat, auch an der Spitze der Schutzgemeinschaft Filder. Sie war deren Seele und Motor. Sie kämpfte auf der Gemeindeebene genauso unerschrocken und unermüdlich wie auf der großen Bühne der Bundespolitik. Sie kämpfte Seite an Seite mit einfachen Bürgern ebenso wie mit allen Größen dieses Landes, - manchmal auch gegen diese,  und eigentlich  ging es ihr immer um den Erhalt dieser großartigen Welt.

Bis zuletzt, stets voller Tatendrang und voller Ideen, nie verzagt, ganz im Sinne von Martin Luther, der einst gesagt haben soll:

„Wenn ich wüsste, dass die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“

 Der Wildapfel ist ein ganz besonderer Baum,   Er ist die Urform all unserer heutigen Apfelbäume. - nicht umsonst ist er der Baum des Jahres 2013.

Er ist die Brutstätte für Vögel, er gedeiht an lichtdurchfluteten Stellen und man kann viele Parallelen ziehen zu Liesel:   Er übersteht Überschwemmungen besser als andere Bäume, er hat breite, weitverzweigte Wurzeln, er ist zäh und einzigartig, - er besticht durch seinen Kampf gegen all die Bäume, die ihre Daseinsberechtigung nur daraus ziehen, dass sie vordergründig wirtschaftlichen Interessen dienen und schließlich zeigen seine hübschen Blüten, dass er zur Familie der Rosengewächse gehört;

Und auch dies verbindet ihn mit Liesel:

Sein Inneres, sein Holz, ist fest und rot, sein ganzes Äußeres von lichtem Grün.
Der Wildapfel war seiner Zeit voraus und findet erst jetzt seine ihm gebührende Wertschätzung. 

Ich danke allen, die am heutigen Tag zum Gelingen dieser Pflanzaktion geholfen haben, ganz vorne der Familie Heß, - gibt es da nicht sogar gemeinschaftliche politische Wurzeln?

Ich danke der Gemeinde und allen Spendern und ich hoffe, dass dieser Baum als Sinnbild von Liesel Hartenstein  und ihr Wirken viele Menschen zum Innehalten bringt und dazu, sich für diese immer noch wunderbare Welt einzusetzen.

Steffen Siegel, 8.5.2013

 

Von: Rolf Keck

 

50 Jahre und kein bisschen leiser!